Brückenbau

Krümmung in Straßenrichtung für verbesserte Wirksamkeit und begrenzte Höhe der Wände

Bei den Arbeiten für die neue Talbrücke wurden insgesamt 1.200 Elemente in 600 unterschiedlichen Formaten verbaut (Foto: R. Kohlhauer GmbH, Gaggenau)

Als Europastraße verläuft die A 3 als Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes von der niederländischen bis zur österreichischen Grenze. Die Verdreifachung des Verkehrsaufkommens auf dieser Strecke seit 1963 verdeutlicht die Bedeutung der Bundesautobahn für das deutsche Verkehrsnetz. Da eine weitere Steigerung des Verkehrsaufkommens auf dieser Strecke prognostiziert wird, war der sechsspurige Ausbau erforderlich, um einem stockenden Verkehrsfluss entgegenwirken zu können. Für eine Umsetzung dieses Bauvorhabens war zunächst eine neue Talbrücke erforderlich, weshalb der Auftrag zum Abbruch der alten und Bau ebendieser neuen Talbrücke vergeben wurde. Nach vier Jahren Bauzeit konnte im vergangenen Jahr der erste Teil der neuen Talbrücke fertiggestellt werden. Auf 570 m Länge verschwindet die Trasse nun zunächst in einem ebenfalls neu gebauten Tunnel, bevor sie auf die neue 630 m lange Talbrücke mündet. Im Vergleich zur alten Talbrücke wurde das neue Bauwerk mit Blick auf eine Reduzierung der Lärmbelästigung um 9 bzw. 12 m abgesenkt. Die zweite Bauphase erfolgt parallel zum laufenden Verkehr auf der schon fertiggestellten Strecke und wird vermutlich noch bis ins Jahr 2021 andauern.

Neue Stahlbettkonstruktion mit zwei Pfeilern weniger als zuvor
Der Entwurf für die neue Talbrücke orientierte sich an der schon bestehenden alten Autobahnbrücke. Das neue Bauwerk besteht nun im Gegensatz zur alten Talbrücke aus einer Stahlbetonkonstruktion, die nur noch von sieben statt neun Pfeilern getragen wird. In Kombination mit dem neuen Tunnel und der noch folgenden Modellierung des umliegenden Geländes wird die bisherige landwirtschaftliche Trennwirkung der Brücke aufgehoben. Eine weitere Anforderung war es, durch spezielle
Schallschutzsysteme die Anwohner vor einer zunehmenden Lärmbelästigung durch das steigende Verkehrsaufkommen zu schützen. Der Entwurf forderte einen  dynamischen, wandernden „Rucksack“ mit einer feldweisen Veränderung der Parameter.
In enger Zusammenarbeit mit der Firma R. Kohlhauer GmbH wurde die gesamte  neue Talbrücke in nur drei Monaten Bauzeit mit 6 m hohen Lärmschutzwänden ausgestattet. Insgesamt wurden auf der Länge über 300 Stahlpfosten und ca. 3.000 m2 Acrylglas-Elemente verbaut. Durch die feldweise Veränderung der Parameter wurden insgesamt 1.200 Elemente in 600 unterschiedlichen Formaten verbaut. Um die Wirksamkeit der Lärmschutzwände zu verbessern und die Höhe der Wände zu begrenzen, wurden diese Richtung Straße gekrümmt. Die hier verbauten transparenten KOHLHAUERSCORSA ©-FLEX-Schallschutzwände zeichnen sich durch ihr innovatives, modulares und hochflexibles Design aus und werden den speziellen, technischen Herausforderungen dieses Projekts in vollem Umfang gerecht. Zusätzlich punkten die Schallschutzwände mit ihrer Langlebigkeit und geringen Wartungskosten.
Schon zum jetzigen Zeitpunkt ist eine spürbare Reduzierung der Lärmbelästigung für die Anwohner bemerkbar. Zusammen mit der Absenkung der Fahrbahn und der  Nutzung eines lärmmindernden Fahrbahnbelags wird sich nach der endgültigen Fertigstellung des gesamten Bauvorhabens im Jahr 2021 eine Lärmentlastung von bis zu 10 dB ergeben.

Weitere Informationen: www.kohlhauer.com

30.07.2019