Neuartige LED-Wildwarnanlage

Verkehrsteilnehmer werden wirkungsvoll vor Wildwechselgefahr gewarnt

Täglich wechselnde Grafiken und Schriftzüge auf den LED-Tafeln erhöhen die Aufmerksamkeit

Im Jahr 2010 wurden auf Deutschlands Straßen 240.000 Wildunfälle registriert. Das sind umgerechnet über 650 Zusammenstöße zwischen Fahrzeug und Tier an jedem Tag. Dabei bleibt es nicht immer bei Blech- und Wildschäden, häufig werden Personen verletzt oder sogar getötet. Der Schaden, der den Versicherungen entsteht, wird pro Jahr im Bereich von einer halben Milliarde Euro beziffert, ohne die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Schäden. Außerdem entstehen den Jägern nicht unerhebliche Kosten für die aufwendige Suche nach verwundetem Wild und die Entsorgung der getöteten Tiere.

Die Berichterstattung der Medien lässt zum Teil den Eindruck entstehen, Wildunfälle seien ein saisonales Problem. Aber die Wildtiere kreuzen  Deutschlands Straßen ganzjährig und verursachen dabei teils schwerwiegende Unfälle.

Die bisherigen Methoden mit statischen Verkehrszeichen und Vorwarnungen erwiesen sich als nicht erfolgversprechend. Aufwendige Systeme in Form von kilometerlangen Zäunen mit gewollten Wildquerungen, an denen das querende Wild detektiert wird und dann eine LED Warnanzeige schaltet, scheitern oftmals an den finanziellen Mitteln für Installation und Unterhaltung.

Die Reduzierung der Geschwindigkeit in Gebieten mit starkem Wildwechsel ist die einfachste und wirksamste Methode zur Vermeidung von Unfallereignissen. Dieses Ziel sollte nicht nur mit statischen Verkehrszeichen, sondern mit aktivem Licht verfolgt werden.

Im Kompetenzcenter der Firma B.A.S., Hemmingen, wurde daher mit Wildwarnanlagen in LED-Technik ein System entwickelt, welches effektiv zur Vermeidung von Wildunfällen beiträgt. Ausgelöst durch ein herannahendes Fahrzeug wird auf einer über 1,8 m² großen LED-Tafel ein Bild oder eine Animation angezeigt, um die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer mit Hilfe aktiven Lichts drastisch zu erhöhen und sie so für das Thema Wildwechselgefahr zu sensibilisieren. Dieser Effekt wird durch täglich wechselnde Grafiken und Schriftzüge auf den LED-Tafeln verstärkt. Da nur zu schnell fahrende Verkehrsteilnehmer gewarnt werden, wird dem Gewöhnungseffekt entgegengewirkt.

Nach einem ersten Test im Jahr 2010 wurde im Herbst 2011 ein Pilotprojekt im Landkreis Gifhorn gestartet, welches eindrucksvoll die Wirksamkeit der B.A.S.-Wildwarnanlagen zeigt. Zum einen kann für die gesamte Standzeit gemeldet werden, dass sich kein einziger Wildunfall ereignete, zum anderen sind die gemessenen Geschwindigkeiten verglichen mit der Zeit vor dem Betrieb deutlich gesunken.

Weitere Informationen: www.bas.de

1.03.2012