Telematik

Mobile Telematik - Lösungen für bessere Mobilität

Bislang wurden Telematiksysteme meist als stationäre Anwendungen angeboten. Mittlerweile gibt es auch mobile Telematiklösungen,

Anfang des Jahres veröffentlichte der ADAC die Staubilanz 2018. Das Ergebnis war vernichtend.
Im vergangenen Jahr hatte es in Deutschland so viele Staus gegeben wie niemals zuvor. Insgesamt wurden rund 745.000 Staus auf deutschen Autobahnen gezählt. Das entspricht mehr als 2.000 Staus pro Tag und einem Zuwachs von 3 % gegenüber 2017. Die Staulängen selbst wuchsen sogar um 5 % und ergaben eine Gesamtlänge von ca. 1,5 Mio. Kilometern – das entspricht dem 36-fachen des Erdumfangs. Als Gründe wurden das um 0,4 % gestiegene Verkehrsaufkommen und vor allem die Zunahme der Baustellen um 3 % genannt. Die Blechlawinen belasten nicht nur Autofahrer und Umwelt. Durch die verschwendete Zeit entsteht auch ein hoher volkswirtschaftlicher Schaden. Schätzungen gehen dabei von etwa 250 Mio. € aus – pro Tag.

Verkehrsflüsse intelligent steuern
Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Noch immer sind viele Autobahnen marode und müssen saniert werden. Die damit verbundenen Baustellen belasten den Straßenverkehr und stellen ein großes Stau- und Unfallrisiko dar. Führende Experten aus Politik und Forschung verlangen deshalb den verstärkten Einsatz von intelligenten Systemen für das Verkehrsmanagement. Das hilft, die begrenzten Ressourcen unserer Infrastruktur effizient zu nutzen und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland dauerhaft zu sichern. Bislang beschränkten sich diese Systeme in erster Linie auf stationäre Anwendungen. Doch mittlerweile bieten Unternehmen mobile Telematiklösungen an, die dem Standard stationärer Technologien entsprechen oder diese sogar noch übertreffen.

Mobiles Verkehrsmanagement kann mehr
Ein gutes Beispiel für die Vorteile mobiler Telematik sind mobile Stauwarnanlagen, wie sie bei der Absicherung von Arbeitsstellen im Straßenverkehr eingesetzt werden sollten. Diese Anlagen bestehen aus Messquerschnitten, die den sogenannten Level of Service (LOS) – also Geschwindigkeit und Anzahl der Fahrzeuge – ermitteln und diese Daten über eine gesicherte Mobilfunkverbindung an eine softwarebasierte Zentraleinheit übermitteln.
Je nach Änderung des LOS sendet Je nach Änderung des LOS sendet Je nach Änderung des LOS sendet die Zentraleinheit Steuersignale an Anzeigequerschnitte, die entweder auf das Zeichen für Stauwarnung oder Stau schalten und die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Bereich der Arbeitsstelle anpassen.
Auch wenn es hier lediglich um die Änderung von drei Anzeigen geht – durch die dynamische Anpassung der Anzeigequerschnitte in Echtzeit an das Verkehrsaufkommen werden Verkehrsteilnehmer rechtzeitig vor Staugefahr oder -bildung gewarnt und können ihre Geschwindigkeit entsprechend anpassen. Das verhindert Unfälle, beugt der Staubildung vor und verbessert somit den Verkehrsfluss.
Zudem sorgen die als Anzeigequerschnitte eingesetzten LED-Wechselverkehrszeichen durch aktives Licht für eine bessere Erkennbarkeit der Warnzeichen als statische Schilder. Benötigt werden mobile Mess- und Anzeigequerschnitte sowie eine Zentraleinheit für automatisierte Schaltungen.

Wichtig:
Im Jahr 2015 hat die Forschungsgesellschaft für Straßenwesen ein Merkblatt veröffentlicht, das „Merkblatt für Tafeln mit lichttechnischem Informationsteil“ (M TI 2015).
Dort werden die maßgebenden Anforderungen für alle Tafeln mit lichttechnischem Informationsteil geregelt, von dem mobilen Vorwarnanzeiger bei Arbeitsstellen kürzerer Dauer bis hin zu autark agierenden Systemen der Stauwarnung sind dort für Lichttechnik, Aufstellung und den Betrieb mobiler Systeme diverse Vorgaben getroffen, wie z. B. eine 24/7 besetzte Operatorenzentrale für die Überwachung und Dokumentierung des Projekts. Bei der Auswahl des Anbieters sollte deshalb darauf geachtet werden, dass die Vorgaben dieses Merkblattes berücksichtigt werden. Mobile Stauwarnanlagen bieten aber nicht nur ein „Mehr“ an Sicherheit – die von den Messquerschnitten gesammelten Daten können für viele andere Zwecke genutzt werden, etwa für Umleitungsempfehlungen, Rerooting sowie über die Plattformen verschiedener Anbieter auch für Verkehrsmeldungen.

Weitere Informationen:
Dipl.-Ing. (FH) Thomas Muth
t.muth(at)ivst.de

 

 

14.03.2019