Wärmebildkamera entgeht kein Falschfahrer

Falschfahrer sind eine offensichtliche Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer auf Autobahnen und Schnellstraßen. Falschfahrer so früh wie möglich zu erkennen, kann dabei helfen, schwere Unfälle und Todesopfer zu vermeiden. Jetzt stellt FLIR Systems ein Erkennungssystem vor, das auf intelligenten Wärmebildkameras basiert und Falschfahrer besonders frühzeitig erkennen kann.

Wärmebildkameras erfassen die Wärmestrahlung, die Personen und Gegenstände an ihre Umgebung abgeben. Deshalb eignen sie sich ideal zur Fahrzeugerkennung auf Autobahnen sowie deren Zu- und Ausfahrten

Obwohl Falschfahrer nur relativ selten auf Autobahnen und Schnellstraßen vorkommen, verursachen viele davon schwere Unfälle mit gravierenden Folgen. Die Anzahl der Vorfälle, bei denen Autofahrer eine Schnellstraße in der falschen Richtung befahren, ist von Land zu Land unterschiedlich. Eine vom Europäischen Verband der Betreiber von Mautstraßen-Infrastrukturen (ASECAP – European Association of Operators of Toll Road Infrastructures) ausgeführte Studie belegt, dass Falschfahrer zwischen 2000 und 2016 für 4,6 % aller tödlichen Unfälle auf dem französischen Mautstraßennetz verantwortlich waren. In Deutschland werden pro Jahr ca. 2.000 Vorfälle mit „Geisterfahrern“ registriert, die im Durchschnitt 200 Unfälle verursachen. Das Verkehrsministerium des US-Bundesstaats Arizona (ADOT – Arizona  Department of Transportation) hat errechnet, dass 2016 von insgesamt 950 Verkehrstoten in Arizona 28auf das Konto von Falschfahrern gingen.

Ursachen für das Falschfahren
Studien haben gezeigt, dass Falschfahren vor allem durch einen rücksichtslosen Fahrstil, unaufmerksames Fahren oder eine Übermüdung des Fahrers verursacht wird. Die meisten „Geisterfahrten“ beginnen damit, dass der Fahrer eine Autobahnausfahrt in falscher Richtung befährt. Dies lässt sich teilweise darauf zurückführen, dass die Beschilderung unklar oder der Fahrer nicht mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut ist. Außerdem steigt vor allem nachts die Gefahr von Zusammenstößen mit Falschfahrern. Die Kombination aus übermüdeten, unter Alkohol oder Betäubungsmitteln stehenden Fahrern und ungenügender Sicht aufgrund der Dunkelheit erhöht das Risiko für nächtliche Unfälle mit Falschfahrern. Deshalb ist es keine leichte Aufgabe, Zusammenstöße mit Falschfahrern zu verhindern. Rund um den Globus haben die Verkehrsbehörden bereits zahlreiche Anstrengungen mit wechselndem Erfolg unternommen. Dazu gehören unter anderem bessere Beschilderungen und Fahrbahnmarkierungen. Zusätzlich konzentrieren sich immer mehr Straßenverkehrsbehörden auf die dynamische Ereigniserkennung und Signalisierung. 

Schnelle Ereigniserkennung
Mit einem dynamischen Ereigniserkennungssystem können die Verkehrsbehörden Falschfahrer sehr schnell am Zufahrtspunkt der Autobahn erkennen. Eine schnelle Erkennung beschleunigt den Prozess, sowohl den Falschfahrer als auch die anderen Verkehrsteilnehmer vor dem ihnen entgegenkommenden Fahrzeug zu warnen. Häufig wird dafür eine Reihe verschiedener Erkennungstechnologien wie Induktionsschleifen und CCTV-Videoüberwachungskameras eingesetzt, doch die effizienteste und robusteste Technologie, die rund um die Uhr eine zuverlässige Erkennung ermöglicht, ist die  Wärmebildtechnik. Wärmebildkameras erfassen die Wärmestrahlung, die Personen und Gegenstände an ihre Umgebung abgeben. Deshalb eignen sie sich ideal zur Fahrzeugerkennung auf Autobahnen sowie deren Zu- und Ausfahrten. Da sie Wärmesignaturen und kein sichtbares Licht erkennen, wird ihre Zuverlässigkeit im Gegensatz zu herkömmlichen Videokameras auch nicht durch grelles Sonnenlicht,  Dunkelheit, aufgeblendete Scheinwerfer, Schatten, nasse Fahrbahnen, Schnee und Nebel beeinträchtigt. In Verbindung mit intelligenten Videoanalysefunktionen können Wärmebildkameras praktisch jede Verkehrsunregelmäßigkeit erkennen. Dazu gehören unter anderem stehen gebliebene Fahrzeuge, Fußgänger, verlorene Ladungsgegenstände und insbesondere Falschfahrer. Systembeschreibung Ein typischer Ort zur Einrichtung einer Falschfahrererkennung ist eine Autobahnausfahrt, da hier die meisten Falschfahrten beginnen. Eine einzige Wärmebildkamera kann in Verbindung mit Videoanalysefunktionen – die entweder direkt in der Kamera oder über einen externen Videobildprozessor ausgeführt werden – einen Falschfahrer innerhalb von Sekunden erkennen. Diese Erkennung wird als Auslöser für Warnsysteme genutzt. Bei erfolgter Erkennung kann zunächst ein Warnsignalsystem (z. B. mit Blinkleuchten) entlang der Ausfahrt aktiviert werden, um den noch ahnungslosen Falschfahrer auf seinen Fahrfehler  aufmerksam zu machen. Gleichzeitig kann die wärmebildgestützte Erkennung auch die elektronischen Verkehrsschilder  entlang der Autobahn aktivieren, die andere  Verkehrsteilnehmer vor dem Falschfahrer warnen. Und schließlich lässt sich die Erkennung dazu nutzen, um die Autobahnzufahrten mittels auf Rot geschalteter Ampeln zu sperren. Die Video-Streams der Wärmebildkameras lassen sich mit einer externen Leitstelle verknüpfen, sodass deren Mitarbeiter den Falschfahrer dort in Echtzeit überwachen oder das vor und nach dem Ereignis aufgezeichnete Wärmebildvideo-Material als Beweismittel oder für statistische Zwecke nutzen können.

Das Risiko tödlicher Unfälle verringern
Der französische Bericht „Falschfahrten vermeiden und handhaben: die französische Erfahrung“ von Pierre Vicedo verdeutlicht noch stärker, wieso eine schnelle Erkennung so wichtig ist. „Auf französischen Autobahnen sind die Fahrzeuge im Durchschnitt mit 120 km/h unterwegs, (...) und es herrscht ein Verkehrsaufkommen von 200 Fahrzeugen pro Stunde (...). Man kann davon ausgehen, dass Falschfahrer langsamer unterwegs sind – ungefähr mit 60 km/h. Doch selbst bei einem schwachen Verkehrsaufkommen mit beispielsweise nur einem Fahrzeug pro Kilometer würde ein Falschfahrer pro Minute immer noch mehr als fünf richtig fahrenden Fahrzeugen begegnen. Dabei kann es jederzeit zu einer folgenschweren Kollision kommen.“ Auch in diesem Fall können intelligente Wärmebildkameras dabei helfen, die Anzahl von Todesopfern zu verringern, indem sie die Geschwindigkeit des Falschfahrers messen und genau berechnen, wie lange das Fahrzeug braucht, bis es einen bestimmten Punkt erreicht. Im Ernstfall können sich diese Daten von unschätzbarem Wert erweisen, um elektronische Verkehrsschilder noch effizienter einzusetzen und genau die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt anzuzeigen.

Nicht-invasive Technologie
Mit der Wärmebildtechnik ist endlich eine Technologie verfügbar, die sich einfach installieren und warten lässt. Im Gegensatz zu Induktionsschleifen erfordert eine Wärmebildkamera keine umfangreichen Straßenbauarbeiten. Eine Kamera lässt sich einfach an einem vorhandenen Mast oder anderer Infrastruktur installieren, ohne dass dafür zwangsläufig die Straße gesperrt werden müsste. Da  Wärmebildkameras im Dunkeln sehen können, benötigen sie keine zusätzliche Beleuchtung und ermöglichen dadurch erhebliche Kosteneinsparungen. Auch zur Wartung muss der Verkehrsfluss nicht unterbrochen werden. Eine Kamera lässt sich einfach reinigen oder ersetzen, während der Verkehr ungehindert weiterfließt. Wärmebildtechnik: Ihr entgeht nichts Eine schnelle Falschfahrererkennung ermöglicht eine schnelle Warnung und Signalisierung. Wenn die Gefahr von Zusammenstößen mit Falschfahrern am größten ist – nachts und bei schlechten Sichtverhältnissen – stellt die  Wärmebildkameratechnik ihre wahre Stärke und Fähigkeit unter Beweis, um die Anzahl von Falschfahrten zu reduzieren und diese sogar zu vermeiden. In Verbindung mit intelligenten Videoanalysefunktionen ermöglichen Wärmebildkameras bei Tag und Nacht und selbst unter den widrigsten Wetterbedingungen stets eine schnelle Erkennung.

 

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13.12.2017