Zürich rüstet sich für die Zukunft

Um die Straßenflächen effizient nutzen zu können, hat in Zürich die Dienstabteilung Verkehr ein rechnergestütztes Verkehrslabor eingerichtet

Netzweite Geschwindigkeitsinformationen zur Kalibrierung von Verkehrsmodellen

Die Verknappung der Ressource Straße gehört zu den Kernherausforderungen, denen sich die Stadt Zürich derzeit stellen muss. Um die Straßenflächen effizient nutzen zu können, hat die Dienstabteilung Verkehr ein rechnergestütztes Verkehrslabor eingerichtet. Zur Anwendung kommen die Software VISUM und VISSIM im Zusammenspiel mit dem eigens für Zürich entwickelten Verkehrs-rechnersystem. Zürich hat mehr als 390.000 Einwohner, rund 180.000 Pendler und unzählige Besucher. Insbesondere in Spitzenstunden füllt sich das Netz der schweizerischen Stadt rasch. Der Verkehrsfluss stößt dann an seine Grenzen. „Dies wird in Zukunft noch drastischer werden, da die Bevölkerungszahl steigen und die Anzahl an Arbeitsplätzen sowie Büroflächen in der Innenstadt zunehmen werden“, sagt Dr. Christian Heimgartner von der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich. In diesem Zuge legt die Stadt mehr Ge-wicht auf Fußgänger- und Fahrradverkehr sowie öffentlichen Verkehr. „Diese Verkehrsträger sollen einen größeren Anteil am Modal Split übernehmen, der motorisierte Individualverkehr soll anteilig abnehmen“, erklärt Heimgartner. Die Verkehrsinfrastruktur muss dementsprechend angepasst werden.

Doch was passiert, wenn sich der Individualverkehr anstatt auf zwei Achsen lediglich auf eine konzentriert? Welche Effekte hat eine zusätzliche Fußgängerzone? „In der Realität kann man solche Dimensionen nicht testen. Die Modellierung und Mikrosimulation hingegen bieten hierfür einen Ansatz“, sagt Heimgartner. So hat die Dienstabteilung das mit VISUM erstellte Gesamtverkehrsmodell des Kantons Zürich verfeinert, um anschließend über die ANM-Schnittstelle das Verkehrsangebot und die Nachfrage in die VISSIM-Simulation zu überführen. Darüber hinaus flossen Detektordaten sowie die Daten zur Steuerung der Lichtsignalanlagen aus dem Verkehrsrechnersystem ein. VISSIM wurde so zum Verkehrslabor, in welchem das Verkehrssystem simuliert und verschiedene Verkehrsabläufe betrachtet werden können.

 

Weitere Informationen: www.ptv.de

17.04.2012