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Methodik für den bestandsnahen Um- und Ausbau von Landstraßen

Methodology for the upgrading procress of existing rural highways

Prof. Dr.-Ing. habil. W. Kühn, Zwickau

Ein Schwerpunkt künftiger Straßenbaumaßnahmen im Außerortsbereich in der Bundesrepublik Deutschland liegt infolge der hohen Netzdichte von 1,6 km/km² auf dem Gebiet des Um- und Ausbaus unfallauffälliger Landstraßen, die oft auch über keine ausreichende Leistungsfähigkeit verfügen.* Da das bestehende Regelwerk für Landstraßen (RAL) beim bestandsnahen Um- und Ausbau nur in begründeten Ausnahmefällen Abweichungen von den Mindest-und Maximalwerten für Einzelelemente und Elementfolgen zulässt, sollte das zu erwartende Fahrverhalten mithilfe quantitativer Bewertungsgrößen zur fachlichen Begründung genutzt werden. An der Westsächsischen Hochschule Zwickau wurde eine neuartige mehrstufige Entwurfsmethode entwickelt und bereits an einer Pilotmaßnahme praxisnah getestet. Die virtuelle Befahrung im Rahmen der Fahrverhaltensbewertung erfolgt dabei innerhalb eines Optimierungsprozesses mithilfe eines mobilen, statischen Fahrzeugsimulators.

A focus of future road construction measures in the rural area in the Federal Republic of Germany is due to the high network density of 1.6 km/km² in the field of upgrading of accident-prone highways, which usually do not have sufficient capacity. Since the existing Guidelines for Rural Highways (RAL) only permit deviations from the minimum and maximum values for individual elements and element sequences in the case of upgrading, the expected driving behaviour can be used for the technical justification with the aid of quantitative assessment variables. At the University of Applied Sciences Zwickau, a multistage design method was developed and successfully tested on a practical pilot measure. The virtual driving in the context of the driving behaviour estimation took place within the optimization process with the help of a mobile, static vehicle simulator.

Analyse des menschlichen Verhaltens bei Aktivierung von stationären Brandbekämpfungsanlagen in Straßentunneln

Analysis of human behaviour during activation of fixed fire-fighting systems in road tunnels

Dipl.-Wirt.-Ing. A. Lehan; Dipl.-Ing. C. Sistenich, Bergisch Gladbach

Ein wichtiges Ziel der Sicherheitsmaßnahmen in Straßentunneln ist es, sicherzustellen, dass sich die Tunnelnutzer im Falle eines Ereignisses (z. B. bei einem Brand im Tunnel) selbst retten können. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, zu untersuchen, wie sich die technischen Tunnelanlagen und -ausrüstungen auf das Verhalten der Tunnelnutzer auswirken. Der Einfluss von automatischen Brandbekämpfungsanlagen (BBA) auf den Erfolg der Selbstrettung von Tunnelnutzern ist bisher nicht untersucht worden. Aus diesem Grund wurden mehrere Untersuchungen sowohl in der Virtuellen Realität (VR) als auch in realen Tunnelbauwerken durchgeführt, um die Wirkung von BBA auf das Selbstrettungsverhalten der Tunnelnutzer zu ermitteln. Die Ergebnisse zeigten die Möglichkeiten zur Untersuchung des Nutzerverhaltens sowohl in realen Tunneln als auch in der VR. Dieser Fachbeitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse dieser Studien.

An important objective of safety measures in road tunnels is to ensure that tunnel users are able to rescue themselves in the case of an incident (e. g. fire in the tunnel). For this reason, it is imperative to examine how the technical tunnel installations and equipment affects the behaviour of tunnel users. The influence of fixed fire-fighting systems (FFFS) on the success of self-evacuation of tunnel users has – up to now – not been investigated. For this reason, an investigation was carried out in a virtual reality (VR) situation and in real tests to establish the effect of FFFS on the tunnel users’ evacuation behaviour. The results indicated the possibilities for investigating user behaviour, both in real tunnels as well as in VR situations. This article gives an overview of the main results of these studies.

Neubau und Nachrüstung von Straßentunneln – Bauen unter Verkehr in der Großstadt

Construction and maintenance of road tunnels – a challenge to city traffic infrastucture

Dipl.-Ing. C.-D. Hauck; M. Eng. T. Vöhringer, Stuttgart

Sowohl der Neubau als auch die Instandsetzung von Tunnelbauwerken für die Verkehrsinfrastruktur stellen in der Stadt immer eine Herausforderung dar. Aufgrund der Lage des Stuttgarter Talkessels führen viele Hauptverkehrsstraßen durch Tunnel in die Stadt. Leistungsfähige Ausweichstrecken sind selten oder nicht vorhanden und die bestehenden Straßen sind bereits stark ausgelastet. Der Verkehrsführung im Bauzustand kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Die Planungen der Maßnahmen und die Verkehrsführung während der Bauzeit greifen dabei eng ineinander. Vor allem eine sorgfältige Fachplanung mit einer frühzeitigen Abstimmung mit dem Verkehrsplaner haben sich als Schlüssel für eine erfolgreiche Durchführung herausgestellt.

Constructing as well as maintaining road tunnels always presents a challenge to city traffic infrastructure. Due to the special “basin” topography of Stuttgart a lot of main roads leading into the city pass through tunnels. The capacities of alternative routes – if there are any at all – are limited and existing roads are already affected by congestion. Thus traffic routing under constructing conditions is of utmost importance. The planning of the measures to be carried out is closely interconnected with traffic management during the construction period. So it is especially the coordination – at an early stage – between a thorough specialist planning and the traffic planner that has turned out to play a key role in completing a project successfully.

Deutscher Straßen- und Verkehrskongress 2018 in Erfurt

German Road and Transportation Congress at Erfurt

Dr.-Ing. M. Rohleder, Köln

Der alle zwei Jahre stattfindende Deutsche Straßen- und Verkehrskongress der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) wurde im Jahr 2018 mit mehr als 1.100 Kongressteilnehmern in Erfurt veranstaltet. Bewährt begleitet wurde er von der Fachausstellung „Straßen und Verkehr 2018“, in der 147 Aussteller aller fachlichen Gewerke aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft ihr vielfältiges Leistungsspektrum präsentierten und über neue Entwicklungen informierten. Nach der Eröffnung der Fachausstellung durch Herrn Dr.-Ing. Walter Fleischer, Vorsitzender der Bundesfachabteilung Straßenbau des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und stellvertretender Vorsitzender der FGSV, und des Kongresses durch die Vorsitzende der FGSV, Frau Dir.’in Dipl.-Ing. Elfriede Sauerwein-Braksiek, hielt Herr MDir. Dr.-Ing. Stefan Krause, Abteilungsleiter Bundesfernstraßen im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, eine Ansprache. Es folgten Grußworte von Herrn Staatssekretär Dr. Klaus Sühl vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Herrn Alexander Hilge, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften der Landeshauptstadt Erfurt sowie des Präsidenten des Welt-Straßenverbandes, Herrn Ingenieur Claude van Rooten. Die insgesamt zehn Vortragsreihen deckten das gesamte Fachgebiet mit vielen aktuellen Ausprägungen ab, inklusive zweier Querschnittsreihen für fachübergreifende Themen. Die Vortragsreihen beschäftigten sich mit Themen der Mobilitäts- und Verkehrsplanung, des Straßenentwurfes, der Straßenausstattung, des Infrastrukturmanagements sowie der Digitalisierung im Straßen- und Verkehrswesen. Zudem gab es drei übergreifende Vortragsreihen zur Bautechnik und die beiden Querschnittsreihen zu „Umwelt, Verkehr und Bau“ sowie zum kommunalen Verkehrswesen. Abgerundet wurde das Kongressprogramm durch einen Festvortrag zum Thema „Fahren. Warten. Flow. Wie unser Gefühl für die Zeit entsteht“, gehalten vom Psychologen und Humanbiologen Dr. Marc Wittmann, und ein abschließendes Forschungsforum „Forschung im Straßen- und Verkehrswesen – Dimension und Relevanz in China und den USA“. Dieses wurde gestaltet von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Fritz Busch, Apl. Prof. Dr.-Ing. habil. Ning Wu und Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Bogenberger unter Beteiligung des Publikums vor Ort sowie über E-Mail. Der Kongress 2018 umfasste zweieinhalb Tage mit viel Raum für die Kommunikation und den Austausch vor, zwischen und nach den Fachvorträgen.

Every two years the German Road and Transportation Congress, hosted by the German Road and Transportation Research Association (FGSV), takes place. In the year 2018 it was held in Erfurt with more than 1,100 participants, well-tried accompanied by the “Road and Transportation 2018” exhibition, where 147 exhibitors coming from economy, administration and research showed their wide range of business activities and informed about new developments. Following the opening of the exhibition by Walter Fleischer (vice chairman of FGSV), and the opening of the congress by Elfriede Sauerwein-Braksiek (chairwoman of FGSV), Stefan Krause, Head of Department “Federal Trunk Roads” of the Federal Ministry of Transport and Digital Infrastructure, held a speech. He was succeeded by the state secretary Klaus Sühl, Ministry for infrastructure and agriculture of Thuringia, Alexander Hilge, deputy mayor for urban development, construction, traffic and real estate of the state capital Erfurt, and the president of the World Road Association (AIPCR/PIARC), Claude van Rooten. Altogether 10 series of lectures were given, including two cross series with multidisciplinary lectures. The series of lectures were dealing with mobility and traffic planning, highway design, street furniture, infrastructure management and the digitalization in road and transportation. Moreover, there were three comprehensive series of lectures dealing with civil and structural engineering themes and the cross series regarding “environment, traffic and construction” and urban roads. The congress programme was completed by a lecture “Driving. Waiting. Flow. How our sense of time comes into being” given by the neuropsychologist Marc Wittmann and the closing research forum “research in road and transportation – dimension and relevance in China and the USA”. This was given by Fritz Busch, Ning Wu and Klaus Bogenberger and carried out under involvement of the audience, on site as well as via E-Mail. The congress 2018 comprised two and a half days, giving a lot of space for communication and exchange before, between and after the papers.