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Beschleunigung auf dem Prüfstand – Qualitätssicherung des ÖPNV an Lichtsignalanlagen

Public transport priority in Munich – quality assurance of traffic lights

Dipl.-Ing. B. Schneider; Dipl.-Ing. V. Seifert; Dipl.-Ing. G. Heipp, München

Zur stetigen Überwachung der ÖPNV-Beschleunigung an Lichtsignalanlagen (LSA) im Stadtgebiet München schreiben die Stadtwerke München GmbH (SWM) ihr Qualitätssicherungssystem fort. Der zentrale Lösungsansatz verfolgt dabei die Entwicklung eines Berechnungsmodells, mithilfe dessen die Wartezeiten von Trambahnen und Bussen vor den einzelnen Signalquerschnitten der LSA vollautomatisiert erfasst und analysiert werden. Als Eingangsgrößen dienen dabei bestehende und im Minutenbereich stetig aktualisierte Protokolldaten der LSA, sodass eine Kompatibilität zur bestehenden Verkehrsinfrastruktur gegeben ist. Das System ist lernfähig und passt sich veränderten Verkehrsbedingungen an. Somit können alle LSA mit ÖPNV-Beschleunigung überprüft und beurteilt werden. Die Beurteilung erfolgt dabei mit dem Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS) und klassifiziert die Beschleunigungsqualität in die Stufen A (mittlere Wartezeiten sehr kurz) bis F (mittlere Wartezeiten sehr lang). Das System wird in das vorhandene Datenmanagement-Portal der SWM integriert und bildet die Basis für den Aufbau eines digitalen Monitorings der ÖPNV-Beschleunigung.

The Stadtwerke München GmbH (SWM) is improving its quality assurance system for Munich’s tram and bus priority system at traffic lights. In the focus is the continuous monitoring of the waiting time of tram and bus at traffic lights. For this purpose a calculation model was developed that will automatically analyze the already existing relevant data transmitted from the traffic light. The calculation model is adaptive and will react on changing traffic conditions. The aim is to evaluate continuously the quality of all traffic lights equipped with public transit priority systems and notice any significant changes in the system. The assessment is based on the German equivalent to the Highway Capacity Manual, the HBS. The HBS classifies the public transport priority quality in categories from level of service A (average waiting time very short) to F (average waiting time very long). The system will be integrated into the existing data management portal of SWM and serves as a basis for an in depth monitoring of Munich’s public transport priority system.

Aufbau einer adaptiven Straßenbeleuchtung an einem Geh-/Radweg – Ein Systemvergleich von Infrarot- und Radarsensorik

Development of an adaptive road light system at a foot and cycle path – a system comparison of infrared and radar sensor technology

Prof. Dr.-Ing. B. Hartz; R. Kersten M. Sc.; Dipl.-Ing. (FH) A. Groot-Körmelink, Münster

Um die Ressourceneffizienz und Umweltfreundlichkeit der Straßenbeleuchtung zu steigern, hat die Stadt Münster innerhalb eines Pilotprojektes einen Geh-/Radweg mit einer adaptiven Straßenbeleuchtung ausgestattet. Diese leuchtet die Strecke nur dann, wenn sie benutzt wird, bedarfsgerecht aus. Auf zwei Abschnitten wurden ein radar- und ein infrarotbasiertes System getestet, um für weitere umzurüstende Strecken möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Ziel des Projektes war es, die Praxistauglichkeit zu untersuchen, mögliche Fehlschaltungen d urch äußere Einflüsse festzustellen, einstellbare Parameter zu optimieren und innerhalb einer Nutzer- und Anwohnerbefragung die subjektiven Eindrücke zur adaptiven Straßenbeleuchtung abzufragen. Außerdem sollten Daten zum Energieverbrauch erhoben werden. Die Untersuchungsergebnisse fielen insgesamt positiv aus. Es konnten hohe Energieeinsparungen erreicht werden. Es lagen jedoch systembedingte Fehlschaltungen vor. Diese irritierten die Nutzer, welche besonderen Wert auf die Begreifbarkeit der Infrastruktur legten. Eine breite Informationskampagne und eine sorgfältige Kalibrierung der Sensoren ist deshalb besonders wichtig. Für Geh-/Radwege wird ein infrarotbasiertes System empfohlen. Es werden basierend auf den vorliegenden Erkenntnissen weitere Teststrecken aufgebaut.

To increase resource efficiency and eco-friendliness, the city of Münster has equipped a foot and cycle path with an adaptive road light system. These road lights merely provide a needs-based level of light, when required by road users. The test included two different types of adaptive road lights. In the first section an infrared-based system was tested, while a radar-based system was reviewed in the second section, to collect as much experience as possible for future modifications. The aim of the project was to research the practicability for daily use, to determine potentially incorrect switchings due to external influences as well as to optimize the adjustable parameters. In addition, users and residents were interviewed to find out about the subjective impressions regarding the adaptive road lighting. Furthermore, the data of energy consumption was evaluated. Overall the research findings were positive. A reasonable conservation of energy was achieved. However, system-based incorrect switchings were detected which irritated the users. Therefore, an accompanying information campaign and an accurate calibration is of particular importance. For a foot and cycle path an infrared-based system is recommended. Based on these findings, more test tracks will be built.

Perspektive autonomer und bedarfsgesteuerter Betriebsformen in einem erweiterten ÖPNV-Markt

Prospects for autonomous and demand-driven services in an expanded local public transport market

Dr. V. Deutsch, Köln

Durch das Urteil des EuGH vom 1.7.2015 (C-461/13) zur Weservertiefung sind zusätzliche Anforderungen an die Zulassung von Straßenbauvorhaben gestellt worden. Es ist darzulegen, ob ein Vorhaben dazu führen kann, den Zustand eines betroffenen Wasserkörpers zu verschlechtern oder ob verhindert wird, zukünftig einen guten Zustand zu erreichen. Bei der Versickerung von Straßenoberflächenwasser, die dem Stand der Technik entspricht, sind in dieser Hinsicht relativ geringe Probleme zu erwarten. Bei der Einleitung gesammelter Straßenwässer können der Tausalzeintrag sowie der mögliche Eintrag einiger straßenspezifischer Schadstoffe relevant sein. Derzeit ist noch nicht geklärt, ob und in welchen Fällen sich über den in den Regelwerken definierten Stand der Technik hinaus weitere Anforderungen ergeben. Es wird empfohlen, in einem eigenen Fachbeitrag darzulegen, ob es zu Verschlechterungen der betroffenen Wasserkörper kommen kann. Innerhalb der FGSV nimmt sich der Arbeitskreis „Bewertung von Straßenbaumaßnahmen in Bezug auf die Wasserrahmenrichtlinie“ diesen Themen an mit dem Ziel, ein entsprechendes Regelwerk/Wissensdokument zu erstellen.

As a result of the judgement of the European Court of Justice of 1 July 2015 (C-461/13) on the deepening of parts of the river Weser, additional requirements have been placed on the authorisation of road construction projects. It must be demonstrated whether a project could result in a deterioration of the status of the relevant body of surface water or whether it could in the future hamper the achievement of a good status. In the case of state-of-the-art systems for the infiltration of road surface water, the anticipated problems are relatively minor. In the case of the discharge of collected road surface water, the discharge of deicing salt and the possible discharge of several road-related pollutants could be relevant. At present, it is not clear whether and in which cases additional requirements that go above and beyond the state of the art defined in existing regulations will apply. The recommendation is that a paper be drafted outlining whether a deterioration of the relevant body of surface water is possible. Within the FGSV, the working group dedicated to the evaluation of road construction measures relating to the Water Framework Directive intends to address this issue with a view to drafting a corresponding regulation/knowledge document.