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Nutzerfinanzierung nur mit betriebswirtschaftlicher Steuerung?

Tolls only feasible with Management Instruments?

Dipl.-Wirtsch.-Ing. J. Sudau, jana.sudau(at)hochtief.de, Essen; Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. H. W. Alfen, wilhelm.alfen(at)uni-weimar.de, Weimar

Mit der Einführung einer Nutzerfinanzierung der Bundesfernstraßen sollten nicht nur die Lenkungs- und Finanzierungsziele im Vordergrund stehen. Vielmehr ist Nutzerfinanzierung als ein Gesamtsystem zu betrachten, das eine entsprechende Organisationsform erfordert. Vier Oberziele der Nutzerfinanzierung können definiert werden: Effektive Gesamtnetzplanung, effektives und effizientes Management, optimale Preissetzung und Kundenorientierung. Das bedeutet, eine umfassende Umsetzung des Äquivalenzprinzips ist zu gewährleisten, nach dem der Kunde eine entsprechende Gegenleistung für sein gezahltes Entgelt erhalten muss. Die Analyse des aktuellen Organisationssystems zeigt, dass diese Anforderungen derzeit nicht erfüllt werden können. Kamerale Strukturen, eine jährliche Haushaltsfinanzierung sowie verschiedene Interessen in Entscheidungsprozessen führen zu Ineffizienz im Bereitstellungsprozess. Ein konsistentes Informationssystem sollte Basis sein für den Einsatz verschiedener Steuerungsinstrumente, die dazu beitragen, die Ziele der Nutzerfinanzierung zu planen, steuern und kontrollieren. Der Beitrag bietet einen Lösungsvorschlag und zeigt auf, warum betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente als konstitutives Element der Nutzerfinanzierung der Bundesfernstraßen zu sehen sind.

With the implementation of user financing for federal highways steering effects and financing objectives should not be the only focus. Instead, user financing is to be regarded as a complete system that requires a corresponding form of organization. Four Main Goals of user financing can be defined: effective net planning, effective and efficient management, optimal pricing and customer orientation. This means the equivalence principle has to be ensured, by which the customer must receive an appropriate return for paid fee. An analysis of the current organization system shows that these requirements currently cannot be met. Cameralistic structures, an annual budget financing and various interests in decision-making lead to inefficiencies in the provision process. A consistent information system should be the basis for the use of various management tools that help to plan, manage and control the goals of user financing. The paper provides a proposed solution and shows why making operating management tools are seen as a constitutive element of the user financing of federal highways.

Ein neues Grundverständnis bei der Mobilitätsversorgung urbaner Wohngebiete

Establishing a Recent Understanding on the Provision of Mobility for Residential Urban Areas

Dipl.-Ing. K. Rothfuchs, k.rothfuchs(at)argus-hh.de; M.Sc., C. Ludwig, c.ludwig(at)argus-hh.de; M.Sc. C. Scheler, c.scheler(at)argus-hh.de; M.Sc. P. Wetzel, p.wetzel(at)argus-hh.de, Hamburg

Vor dem Hintergrund zunehmender Urbanisierungstendenzen und der vielfach diskutierten Trends einer neuen Mobilitätskultur bedarf es eines veränderten Grundverständnisses: Der eigene Stellplatz steht nurmehr als Synonym für eine flexible, unkomplizierte und allzeit verfügbare Mobilität. Warum ersetzen wir ihn nicht durch eine zuverlässige und bedarfsgerechte „Mobilitätsversorgung“? Durch die Bereitstellung eines vielseitigen quartierseigenen Fahrzeugpools an Pkw, Fahrrädern und Transportmitteln ergibt sich in Kombination mit den öffentlichen Mobilitätsangeboten (insbesondere dem ÖPNV) ein umfassendes Gesamtpaket, um die alltäglichen Bedürfnisse von Bewohnern und Beschäftigten zu bedienen. Um dies zu gewährleisten, sollte bei der Mobilität – ähnlich zur Wärmeversorgung – bei Bauprojekten frühzeitig ein Betreiber gefunden werden. Die Rahmenbedingungen sind situationsspezifisch nach einer Angebots- und Nachfrageanalyse festzulegen. In der Folge kann der Stellplatzschlüssel bei Neubauten reduziert, Mobilitätsversorgung als attraktives Alleinstellungsmerkmal nutzbar und ein neues Grundverständnis von Mobilität in Städten etabliert werden.

A growing urbanisation and current trends in the mobility behaviour demand the establishment of a more recent understanding of the individual mobility in residential urban areas: On-site parking space is now only a synonym for a flexible, uncomplicated on-demand mobility. Therefore, we ask if the private parking space can be replaced with a dependable and tailored to suit a market need “mobility supply”? A multi-purposed fleet of motorised and non-motorised vehicles combined with the public transport can create a comprehensive mobility-package to provide a holistic mobility-supply and to make sure that the daily mobility needs of residents and employees are fulfilled. In order to ensure this, an operator must be searched for in an early stage of a building’s development – similar to the heat-supply. The basic concept parameters are developed based on a demand and supply analysis. This leads to a reduced number of required on-site parking spaces and to a unique and attractive selling feature which altogether paves the way for establishing a new understanding of mobility in cities.

Optimierte Winterdienst-Organisation im kommunalen Bereich – Folgerungen aus den letzten Wintern

Optimized Organization of Winter Maintenance in German Towns – Consequences from the last Winter Periods

Dr.-Ing. Horst Hanke, dr_horst.hanke(at)yahoo.de, Saarlouis

Die beiden Winter 2009/10 und 2010/11 waren ungewöhnlich kalt und schneereich, und dies hat zu extremer Salzknappheit geführt. Insbesondere die Kommunen wurden von den Lieferengpässen der Salzindustrie getroffen. Allerdings haben diese Winter auch gezeigt, dass ein funktionierender Winterdienst eine unabdingbare Voraussetzung für die Stadt und deren Wirtschaftsleben ist. So haben in der Folge viele Kommunen ihre Winterdienst-Organisation im Hinblick auf extreme Wintersituationen kritisch überprüft und optimiert, und das nachhaltig. Dies auch angesichts dessen, dass die Klimaforschung für die nächsten Jahre eine deutliche Zunahme der Schneemengen voraussagt. Die Salzlagerkapazitäten der Kommunen wurden innerhalb der letzten zwei Jahre mehr als verdoppelt. Aber auch die gesamte Winterdienst-Organisation und -Ausstattung wurde bei vielen Städten optimiert. Damit sind die deutschen Städte und Gemeinden auf die künftigen Anforderungen im Winterdienst größtenteils sehr gut vorbereitet.

The two winter periods 2009/10 and 2010/11 were extraordinary cold and snowy. This led to a strong shortness of salt. Especially the towns and villages were affected by the delivery bottleneck of the salt producers. However these winter periods have shown that an effective winter maintenance is an indispensible precondition for the towns and their economic life. Subsequentlyy many towns have analyzed and optimized their winter maintenance organization, especially concerning extreme winter weather conditions. This was neces sary because climatic research projects showed that we have to expect significant more amounts of snow in Germany in the next years. The salt storage capacities of the towns have been more than doubled in the last two years. But also the whole winter maintenance organization and equipment was optimized in many towns. Thereby, the German towns and villages are well prepared for the future requirements of winter maintenance.

Möglichkeiten zur Minimierung von Verkehrsbehinderungen bei Arbeitsstellen kürzerer Dauer

Possibilities to minimise Traffic Obstructions at Short-Term Work Sites

Dr.-Ing. R. Hess, rainer.hess(at)durth-roos.de, Bonn

Bei Arbeiten im Straßenbetriebsdienst lassen sich Eingriffe in den Verkehrsraum, die in der Regel mit der Sperrung von Fahrstreifen verbunden sind, nicht gänzlich vermeiden. Viele der Bundesautobahnen in Deutschland weisen eine hohe Verkehrsbelastung auf. Trotzdem und häufig auch gerade deshalb müssen regelmäßig Arbeiten der Straßenunterhaltung am und im Verkehrsraum durchgeführt werden. Es existieren zahlreiche bauliche, betriebliche und verkehrliche Möglichkeiten, die mit den Arbeiten einhergehenden Verkehrsbehinderungen zu minimieren. Ein wesentliches Hindernis für die Anwendung solcher Möglichkeiten ist, dass der für die Umsetzung erforderliche Mehraufwand dem zuständigen Straßenbaulastträger konkret und tatsächlich entsteht, während der Nutzen überwiegend volkswirtschaftlicher Natur ist. Damit fällt der Nutzen verteilt über die Gruppe der Verkehrsteilnehmer und Anlieger oder ganz allgemein unsere Gesellschaft an und lässt sich nicht für die Refinanzierung des Mehraufwands heranziehen. Seit einigen Jahren werden in die Verträge bei Öffentlich-Privaten-Partnerschaften neue Vergütungsmechanismen integriert, die eine konkrete Refinanzierung der Aufwendungen des Betreibers für Maßnahmen zur Minimierung von Verkehrsbehinderungen bei Arbeitsstellen versprechen. Erste Erfahrungen belegen eine spürbare Verringerung der Verkehrsbehinderungen bei Arbeitsstellen kürzerer Dauer.

During highway operations, traffic interventions often with resulting lane closures cannot be avoided entirely. Many German federal motorways show a high traffic load. Nevertheless or rather because of the high traffic load, road maintenance work nearby and on the traffic lanes have to be conducted on a regular basis. Numerous constructional, operational and traffic management-related measures exist to minimize the resulting traffic obstructions. An essential obstacle for the implementation of such measures is the fact that the related additional costs are to be invested by the responsible road authority, whereas the benefits are economy-related. Hence, the benefit is disseminated between all road users and residents or, more generally, the society as a whole and cannot be used for refinancing the additional costs. In recent years, new remuneration mechanisms are integrated into public-private-partnership contracts, which promise to allow a specific re-financing of the additional costs invested by the responsible road operator for measures to minimize traffic obstructions at work sites. Initial experience shows a noticeable reduction of traffic obstructions at short-term work sites.