Integrationsszenario oder unvereinbare Zielkonflikte? – Ein Diskussionsbeitrag zur Gestaltung des Güterverkehrs im Übergang in die Nacherdölzeit

Integration of Objectives or inconsistent Conflicts? – A Contribution to the Debate on Future of Freight Transport

Univ.-Prof. Dr.-Ing. B. Leerkamp, Wuppertal, leerkamp(at)uniwuppertal.de

Den Wachstumserwartungen in Wirtschaft und Güterverkehr stehen endliche Ressourcen gegenüber. Dazu gehören neben der Kapazität der Verkehrsnetze die CO2-Aufnahmekapazität der Erdatmosphäre, die finanziellen Handlungsspielräume der öffentlichen Haushalte und die Akzeptanz in der Bevölkerung gegenüber zunehmenden Belastungen durch verkehrsbedingte Emissionen. Können die wechselseitig wirksamen Endlichkeiten noch in einem „Integrationsszenario“ zusammengeführt werden oder stellen sie unvereinbare Zielkonflikte dar? Die aktuelle Fachdiskussion fokussiert Lösungsansätze auf die Substitution fossiler Energieträger und auf Effizienzgewinne, ohne bislang Strategien zur Reduzierung der steigenden Transportintensität ernsthaft ins Kalkül zu ziehen. Der Beitrag thematisiert die bestehenden Zielkonflikte und befasst sich mit der Gestaltung des Transformationsprozesses, der durch die Energiewende und klimapolitische Zielsetzungen bereits eingeleitet ist.

Current outlooks on development of GDP and freight transport face limited ressources such as capacity of transport infrastructure, greenhouse gas emissions, public budgets and acceptance of environmental impacts. Will it still be possible to integrate further growth of freight transport demand and obviously limited resources? The debate focuses on substitution of fossil fuels and improving efficiency while rising transport intensity of national economy is not treated as a field of action. The paper discusses the existing conflicts of objectives and the structuring of the transformation process which has already been established by German strategy on transformation of energy system and climate change policy.

Verändert die Einrichtung von Business Improvement Districts den Planungsprozess im Bereich der städtischen Verkehrsplanung?

Will Business Improvement Districts change Processes
of Planning in Municipal Traffic Design?

Dipl.-Ing. K. Rothfuchs, k.rothfuchs(at)argus-hh.de, Dipl.-Ing. U. Wilma, u.wilma(at)argus-hh.de

Seit ca. zehn Jahren wird ernsthaft über die Umsetzung von Business Improvement Districts (kurz BID) in Deutschland diskutiert. In Hamburg ist 2005 das erste Gesetz zur alternativen Finanzierung von Projekten im öffentlichen Raum verabschiedet worden. Die Auswirkungen, auch auf die verkehrlichen Aspekte, wurden damals jedoch erheblich unterschätzt, da eine Rückschau zeigt, dass in den überwiegenden Fällen die Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums mit zentralen Veränderungen im verkehrlichen Bereich verbunden waren. Dies war aus fachlicher Sicht jedoch schon früh absehbar. Trotzdem wurden diese wichtigen Belange nicht bei der Entwicklung des Planungsprozesses ausreichend berücksichtigt. Dies lag zum einen an der Fehleinschätzung des Planungsumfangs, daneben war aber auch ein fehlendes aktives Begleiten von Seiten der Verkehrsplanung zu beobachten. Aufgrund der zunehmenden Popularität von BIDs in Deutschland ist es dringend geboten, dass auch die Verkehrsplanung diesen Trend wahrnimmt und die Chancen und Risiken aus ihrer Sicht bewertet. Nach einer Problemanalyse und der Skizzierung von Zielen, die mit einem BID verfolgt werden, wird der grundsätzliche Ablauf den Planungsprozess verdeutlichen. Eine hierauf aufbauende Analyse beschreibt anschließend die Eingriffsmöglichkeiten und die Aufgaben der Verkehrsplanung im Verlauf eines BIDs. Zum Abschluss werden ausgesuchte Beispiele die Prozesse und Planungsergebnisse dokumentieren, um so die Potenziale aber auch die Risiken dieses neuen Instruments aus Sicht der Verkehrsplanung zu verdeutlichen.

During the last decade discussions about Business Improvement Districts (BID) have increased in Germany. In 2005 the city of Hamburg enacted a law to strengthen retail and service areas. The law permits and regulates alternative financing of projects in public areas. However especially the impact on traffic was not anticipated although most of structural alterations to upgrade an area involved modifications in traffic circulation. In spite of those architects, owners or deputies of public authority have not foreseen it. But also traffic engineers have not been paying attention to this discrepancy betimes. Due to the increase of BIDs in Germany it is absolutely necessary that traffic planners be aware of this trend and evaluate prospects and risks from their point of view. The article starts with a problem analysis and outlines aims of BIDs. In the following section a general cycle of planning process is illustrated. Subsequently an analysis based on the illustration describes tasks and possibilities of intervention of traffic planners in the process of a BID. The article concludes by documenting processes and planning results on basis of selected samples, in order to clarify opportunities and risks of BIDs from the traffic planning viewpoint.

Sozialwissenschaftliche Begleitforschung zur Elektromobilität in der Modellregion Rhein-Main

Social-Scientific Accompanying Research on Electric Mobility in the Model Region Rhine-Main

Prof. Dr.-Ing. P.K. Schäfer, petra.schaefer(at)fb1.fh-frankfurt.de; Dipl.-Ing. K. Schmidt; kathrin.schmidt(at)fb1.fh-frankfurt.de

Die Fachhochschule Frankfurt am Main war Konsortialführerin der projektübergreifenden sozialwissenschaftlichen Begleitforschung zur Elektromobilität in der Modellregion Rhein-Main. Anhand eines umfangreichen Befragungskonzepts konnte eine breite Datenbasis generiert und somit das Mobilitätsverhalten sowie die Akzeptanz der Elektromobilität hinsichtlich verschiedener Kriterien ausgewertet werden. Der Bericht stellt die Kernergebnisse der Studie vor. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Elektro-Pkw insbesondere für Berufspendler eine gute Alternative darstellen. Die Nutzerakzeptanz hinsichtlich der Elektrofahrzeuge ist hoch, obgleich die Kaufbereitschaft aufgrund der hohen Anschaffungskosten noch gering ist. Verschiedene Kaufanreize werden derzeit diskutiert, um die Nutzer trotzdem zu einem Umstieg auf Elektromobilität zu bewegen und auf diese Weise dem Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen, näher zu kommen.

The Frankfurt University of Applied Sciences was project leader of the Social-Scientific Accompanying Research of the Model Region Electric Mobility Rhine-Main. On the basis of an extensive surveying concept it was possible to generate a wide database, thus evaluating the mobility behaviour and acceptance of electric mobility with regard to different criteria. The present report presents the main results of the study. In summary it can be said that electric cars are a good alternative especially for commuters. There is a high degree of user’s acceptance regarding electric vehicles; however the willingness to buy is low due to high costs of purchase. Various buying incentives are being discussed, to nevertheless make users switch to electric mobility, thus, getting closer to the federal governments goal to bring one Million electric vehicles on Germany’s roads by 2020.

Betriebswirtschaftliche Optimierung des Straßenbetriebsdienstes beim Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz

Review of a Business Optimization Case Study at the Service Unit Road-Operations as Part of the State Enterprise Mobility Rheinland-Pfalz (LBM)

Dr.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. H. Rethage, heinz.rethage(at)lbm.rlp.de

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) ist seit dem 1. Februar 2002 ein in der Rechtsform des Eigenbetriebes geführtes Unternehmen des Landes Rheinland-Pfalz. Der LBM versteht sich als modernes Dienstleistungsunternehmen, das mit seinen ca. 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Rheinland-Pfalz die Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen plant, baut, erhält und unterhält. Danach hat der LBM seine Leistungen kundenorientiert, bedarfsgerecht und wirtschaftlich zu erbringen. Er hat seine Aufgaben mit dem Ziel einer betriebswirtschaftlichen Optimierung durchzuführen. Ein aktuelles Beispiel für betriebswirtschaftliche Optimierungsprozesse ist der Straßenbetriebsdienst des LBM.

Since 1. February 2002 the State Enterprise Mobility (LBM) is an organizationally independent but legally not independent enterprise of the State Rheinland-Pfalz. The LBM classifies itself as modern service enterprise, which, with about 4000 employees in Rheinland-Pfalz plans, builds, and maintains the States highways, federal, state and county roads. After it’s organization was put in place, the LBM is obligated to provide cost effective services as well as meeting demand and to operate customer orientated. It has to perform its assignments with the goal to optimize the enterprises economics. A current example of economical process
optimization from the service unit Road-Operations is described in the report.