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Integrierte Dienst- und Dienstreihenfolgeplanung zur Erhöhung der Fahrerzufriedenheit

Integrating Duty and Roster Optimization to Improve Driver Satisfaction

Prof. Dr. Ralf Borndörfer, Bastian Dittbrenner,
Andreas Langenhan, Stephan Seidl, Steffen Weider, Berlin

Durch die Integration von Einzelschritten im Planungsprozess der Verkehrsbetriebe können Potenziale zur Kostensenkung und/oder Qualitätsverbesserung erschlossen werden. Die entstehenden Planungsprobleme sind allerdings komplex und ihre Lösung erfordert die Entwicklung neuer mathematischer Verfahren. Dieser Artikelstellt einen mathematischen Optimierungsansatz zur integrierten Dienst- und Dienstreihenfolgeplanung im öffentlichen Nahverkehr vor, mit dem sich bei konstanten Personalkosten die Fahrerzufriedenheit deutlichsteigern lässt. Dies ist wichtig, um die Attraktivität des Fahrerberufs zu erhöhen.

The integrated treatment of hitherto individual steps in the planning process of public transit companiesdiscloses opportunities to reduce costs and/or to improve the quality of service. The arising planning problems,however, are complex and their solution requires the development of novel mathematical methods. This articleproposes a mathematical optimization approach to integrated duty and roster optimization in public transit,which allows to significantly increase driver satisfaction at almost zero cost. This is important in order tomake the driver profession more attractive.

 

 

Welchen Beitrag liefert die MiD für integrierte Planung? Eignung der „Mobilität in Deutschland“ für die Region Frankfurt/Rhein-Main

What Reveals the MiD about Integrated Planning? Suitability of „Mobilität in Deutschland“ for the Region Frankfurt/Rhine-Main

Peter Endemann, Frankfurt am Main

Kenntnisse der Mobilität der Bevölkerung und des täglichen Verkehrsverhaltens sind wesentliche Grundlagen für die Verwirklichung einer integrierten Planung auf regionaler und kommunaler Ebene. Die bundesweite Erhebung „Mobilität in Deutschland (MiD)“ ermöglicht es, basierend auf dieser einheitlichen Grundlage und Basisstichprobe für Teilgebiete die Stichprobe zu erweitern und so vertiefte Analysen sowie Vergleiche vor - nehmen zu können. Mit dem vorliegenden Beitrag sollen wichtige Erkenntnisse der Mobilität in Deutschland für die Planung auf regionaler und kommunaler Ebene vermittelt werden und so die Eignung dieses Instruments für planerische Zwecke am Beispiel der Region Frankfurt/Rhein-Main herausgearbeitet werden. Hierzu werden vorrangig die Daten der Erhebung MiD 2008 herangezogen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wahr nehmung von Veränderungen im Verkehrsgeschehen, das sich aus dem Vergleich mit den Daten der MiD 2002 entnehmen lässt. Die Ergebnisse verdeutlichen die erforderliche Stadt-Umland-Betrachtung für planerische Fragestellungen und zeigen Potenziale für eine breitere Nutzung des Mobilitätsportfolios über den bislang dominierenden Pkw hinaus auf.


The knowledge of mobility and travel patterns of the population is an indispensable ingredient in a planning process. The German National Travel Survey (NTS) allows regional add-ons to the sample size and offers therefore a useful tool to collect relevant mobility data with several advantages such as lower cost level, comparability of results and information captured at the household level where a complete picture of all mobility patterns can be obtained. The paper aims at visualising relevant mobility patterns in the Region Frankfurt/Rhine Main pertinent to face planning problems. Beside the provision of new rich data at a disag - gregated level, the paper identifies that overall mobility in Frankfurt and the surroundings do not differ substantially and suburbia does not automatically mean high percentage of car use since people nearby rail stations and with available cars use considerably bicycles and public transport. The more mobile options people have the more flexible they are in their daily travel behaviour. The results provide further some evidence on the potentials of planning concepts such as mixed-use planning with a focus on the retail provision at the neighbourhood level and rail-oriented development.

Was ist eigentlich Qualität? – Versuch einer begrifflichen Konsolidierung und Systematik im Verkehrsmanagement

What is Quality? – Terms and Systematization in context of Traffic Management

Dr.-Ing. T. Neumann, Dipl.-Ing. C. Dalaff, Dipl.-Ing. W. Niebel, Berlin

Qualität ist ein äußerst schillernder und zugleich sehr umfassender Begriff, der je nach Kontext sehr unterschiedlich interpretiert werden kann. Folglich reicht ein intuitives Verständnis in der Diskussion um die Qualität des Verkehrsmanagements und seiner Komponenten einschließlich der Möglichkeiten intelligenter Verkehrssysteme (IVS) in der Regel nicht aus, um das Thema angemessen zu beschreiben. Ausgehend von einschlägigen Normen und relevanter Fachliteratur erläutert und systematisiert der vorliegende Artikel daher zunächst wichtige Grundbegriffe der Qualitätsbewertung im Verkehrsmanagement. Darauf aufbauend wird ein neues, erweitertes Verständnis von Qualität entwickelt, das diese konsequent als probabilistische Größe interpretiert und dabei gängige Vorstellungen der Qualitätsbewertung wie die übliche Herangehensweise mittels Qualitätsmessung in natürlicher Weise integriert.

Quality is a very popular and complex term at the same time that can be interpreted in many different ways depending on the context. Due to that, intuitive mental images are not very well suited for adequately discussing the quality of traffic management and its components including the field of intelligent transportation systems (ITS). Based on well-established standards and relevant professional literature, this contribution tries to clarify and systemize important basic terms regarding the quality assessment in traffic management. Following that, a new concept is derived where quality is systematically considered as a probabilistic variable. As the new concept directly integrates common ideas of quality assessment such as quality measurements, it can finally be seen as to be a natural extension of former understandings of quality.

Konzeption eines integrierten Qualitätsmanagements für das Straßen- und Verkehrswesen

Conceptualization of an Integrated Quality Management for Road Traffic and Transport

Univ.-Prof. Dr.-Ing. M. Boltze, Darmstadt;
Dr.-Ing. R. Hess, Bonn;
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. R. Roos, Karlsruhe;
M. Sc. J. Balluff, DarmstadtDipl.-Ing. L. Niebrügge, Gelsenkirchen

Für die Bereitstellung eines qualitativ hochwertigen Verkehrssystems müssen die knappen Finanzmittel im Straßen- und Verkehrswesen besonders effizient eingesetzt werden. Das Qualitätsmanagement (QM) hat sich hierfür in der Industrie in vielen Bereichen als geeignet erwiesen, wird aber im Straßen- und Verkehrswesen bisher nur ansatzweise eingesetzt. Dies spiegelt sich auch im Technischen Regelwerk der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) wider: Darin lassen sich zahlreiche Regelungen mit zum Teil großem Einfluss auf die Qualität finden, eine vollständige Umsetzung des Deming-Zyklus als Kern des QM jedoch nicht. Es fehlt ein einheitlicher Rahmen für das QM im Straßen- und Verkehrswesen. Um die Entwicklung eines Konzepts für ein integriertes QM im Straßen- und Verkehrswesen anzuregen, wurden in einem Forschungsprojekt die notwendigen Schritte für die Erarbeitung eines QM in der Praxis beschrieben. Dazu wurden zunächst die Grundlagen des QM dargestellt und die Inhalte und Begriffsbestimmungen des QM aus den zugehörigen DIN-Normen auf das Straßen- und Verkehrswesen angepasst bzw. übertragen. Zudem wurden die weiteren Aufgaben zur Umsetzung eines integrierten QM-Ansatzes im Straßen- und Verkehrswesen und in dem
zugehörigen Technischen Regelwerk als Leitfaden ausgearbeitet.

To provide an high-quality traffic and transport system, the efficient utilisation of scarce financial resources is required. Quality management (QM) is proven to be beneficial in industrial environments. However, in the field of road traffic and transport it is still rudimentarily applied. This is also reflected in the technical guidelines of the German Road and Transportation Research Association (FGSV). Therein, numerous regulations with sometimes large influence regarding quality can be found; however, an implementation of the whole Deming circle as the core of QM is still missing. A uniform framework for quality management in road traffic and transport has not been developed yet. In order to support the development of a fundamental, superior approach for an integrated QM in road traffic and transport, required steps to operationalize a QM in practice have been described in a research project. Initially, the basic principles of QM were presented. The content and terminology of the associated German standard (DIN) for QM was then adapted and transferred to the field of road traffic and transport. In addition to that, further tasks for the implementation of an integrated QM approach in road traffic and transport and the related technical guidelines have been elaborated.