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Einführung kooperativer Systeme in Deutschland (C-ITS Corridor)

Deployment of Cooperative ITS in Germany (C-ITS Corridor)

K. Sauer, Bonn;
Dr. C. Lotz-Keens, T. Herb, Bergisch Gladbach

Die Initiative der Einführung kooperativer Systeme in einem Korridor von Rotterdam über Frankfurt/M. nach Wien, dem sog. C-ITS Corridor, und damit auch in Deutschland wurde im Juni 2013 durch die Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung des BMVI mit den Verkehrsministern der Niederlande und Österreichs offiziell gestartet. In vielen Forschungsprojekten wurden vorher die Grundlagen erarbeitet, um eine solche Einführung technisch überhaupt erst möglich zu machen. Im Nachfolgenden werden diese Ergebnisse nochmals kurz aufgegriffen und um den aktuellen Stand bei den Entwicklungen im C-ITS Corridor erweitert. Als erstes Einführungsszenario wurden die Baustellenwarnung und Kooperatives Verkehrsmanagement unter Einbeziehung von Fahrzeugdaten gewählt. Nicht verschwiegen werden sollen hierbei auch die wesentlichen Herausforderungen, die im Übergang von Forschung und Feldtests zu realen Anwendungen liegen.

The initiative for the deployment of Cooperative ITS in a corridor from Rotterdam via Frankfurt/M. to Vienna, the so called C-ITS Corridor, and by association in Germany, officially started in June 2013 with the signing of the corresponding memorandum of understanding by the BMVI and the ministers of transport from the Netherlands and Austria. Many research projects did work hard for the fundamentals to technically enable the deployment at all. In the following these results are shortly taken up once more and will be expanded by the current status of the developments in the C-ITS Corridor. As a first deployment scenario Road Works Warning and Cooperative Traffic Management based on Vehicle Data were selected. Not kept secret shall be the major challenges which lie within the transition from research and field operational tests to real implementation.

 

 

Kooperative Systeme in Bayern

The implementation of co-operative systems in Bavaria

Dipl.-Geogr. U. Haspel, München

Kenntnisse der Mobilität der Bevölkerung und des täglichen Verkehrsverhaltens sind wesentliche Grundlagen für die Verwirklichung einer integrierten Planung auf regionaler und kommunaler Ebene. Die bundesweite Erhebung „Mobilität in Deutschland (MiD)“ ermöglicht es, basierend auf dieser einheitlichen Grundlage und Basisstichprobe für Teilgebiete die Stichprobe zu erweitern und so vertiefte Analysen sowie Vergleiche vor - nehmen zu können. Mit dem vorliegenden Beitrag sollen wichtige Erkenntnisse der Mobilität in Deutschland für die Planung auf regionaler und kommunaler Ebene vermittelt werden und so die Eignung dieses Instruments für planerische Zwecke am Beispiel der Region Frankfurt/Rhein-Main herausgearbeitet werden. Hierzu werden vorrangig die Daten der Erhebung MiD 2008 herangezogen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wahr nehmung von Veränderungen im Verkehrsgeschehen, das sich aus dem Vergleich mit den Daten der MiD 2002 entnehmen lässt. Die Ergebnisse verdeutlichen die erforderliche Stadt-Umland-Betrachtung für planerische Fragestellungen und zeigen Potenziale für eine breitere Nutzung des Mobilitätsportfolios über den bislang dominierenden Pkw hinaus auf.


The knowledge of mobility and travel patterns of the population is an indispensable ingredient in a planning process. The German National Travel Survey (NTS) allows regional add-ons to the sample size and offers therefore a useful tool to collect relevant mobility data with several advantages such as lower cost level, comparability of results and information captured at the household level where a complete picture of all mobility patterns can be obtained. The paper aims at visualising relevant mobility patterns in the Region Frankfurt/Rhine Main pertinent to face planning problems. Beside the provision of new rich data at a disag - gregated level, the paper identifies that overall mobility in Frankfurt and the surroundings do not differ substantially and suburbia does not automatically mean high percentage of car use since people nearby rail stations and with available cars use considerably bicycles and public transport. The more mobile options people have the more flexible they are in their daily travel behaviour. The results provide further some evidence on the potentials of planning concepts such as mixed-use planning with a focus on the retail provision at the neighbourhood level and rail-oriented development.

Potenziale kooperativer Lichtsignalsteuerung zur Steigerung der Verkehrseffizienz und -sicherheit

What is Quality? – Terms and Systematization in context of Traffic Management

M. Sc. Inf. C. Santa, Dipl.-Ing. J. Kaths,
Dr. rer. nat. P. Mathias,
Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. T. Schendzielorz, München

Kooperative Systeme erschließen Potenziale, die über diejenigen konventioneller intelligenter Verkehrssysteme hinausgehen. In städtischen Bereichen werden hierzu vor allem Systeme entwickelt und erforscht, die im
Bereich signalisierter Knotenpunkte zum Einsatz kommen. Dabei kann die Beeinflussung aufseiten der Lichtsignalsteuerung, aufseiten der Fahrer oder in einer Kombination von beiden Elementen stattfinden. Im vorliegenden Fachbeitrag werden ausgewählte nationale und europäische Anstrengungen dieses Forschungsbereichs vorgestellt, die vorwiegend auf eine Steigerung der Verkehrseffizienz, aber auch der Verkehrssicherheit abzielen. Darauf aufbauend wird Forschungsbedarf identifiziert, der sich maßgeblich auf die Anforderungen zur Weiter- oder Neuentwicklung von Steuerungsverfahren, das sich verändernde Fahrverhalten durch den Einsatz kooperativer Systeme sowie die Berücksichtigung der sich weiter diversifizierenden Fahrzeugtypen und
Antriebsarten konzentriert.

Cooperative systems exploit potential beyond conventional intelligent transportation systems. Development
and research concerning such systems in urban areas mainly focus on signalized intersections. Cooperative
systems can act to influence the signalization, the drivers, or a combination of both signalization and drivers.
In this article, selected national and European research efforts are presented that aim at incurring both a raise
of traffic efficiency and traffic safety. Subsequently, areas for future research are introduced, including
requirements for the enhancement of existing or the development of new signal control systems, the change in
driving behaviour due to the usage of cooperative systems and the consideration of further diversifying types
of vehicles and propulsion systems.

Der Fahrer im Zentrum eines vernetzten Straßenverkehrssystems – Herausforderungen und Chancen aus Sicht der Verkehrspsychologie

The driver and connected driving – Challenges and chances from the perspective of traffic psychology

Dr. I. Totzke, Veitshöchheim;
Dipl.-Psych. F. Naujoks, Würzburg

C2X-Technologien ermöglichen es, dem Fahrer frühzeitig mit hoher Präzision fahrtrelevante Informationen zur Verfügung zu stellen (z. B. Informationen zum Verkehrsfluss und zur Verkehrssteuerung, kooperative Gefahrenwarnungen
und Ergänzende Dienste). Hieraus resultieren spezifische Anforderungen an die Ausgestaltung der Mensch-Fahrzeug-Interaktion mit Hinblick auf (1) die Weitergabe von Informationen an den Fahrer, die aufgrund ihrer prädiktiven Natur fehlerhaft sein können, (2) Zeitpunkte und Inhalte adäquater Präsentationen dieser Informationen sowie (3) die Notwendigkeit (aus Sicht des Fahrers), eigene fahrzeugbezogene Daten zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen dieses Beitrags werden die Herausforderungen und Chancen der Einführung von C2X-Technologien aus Sicht der Verkehrspsychologie herausgearbeitet. So werden zum einen fahrerseitige Einstellungen, Erwartungen und Bewertungen gegenüber C2X-Technologien skizziert, zum anderen mögliche Verhaltenswirkungen inkl. Aufmerksamkeitseffekte durch C2X-Technologien dargestellt.

C2X-technologies allow the early and precise display of relevant information to the driver (e.g., information about traffic states and traffic control, cooperative warnings, additional services). Hereby, specific requirements in the design of the human-driver interaction result: (1) presentation of information which might be erroneous, (2) timing and content of information presentation as well as (3) necessity of providing vehicle’s information to other C2X-partners. The paper at hand presents challenges and chances of the introduction of C2X-technologies from the perspective of traffic psychology. First, drivers’ attitudes, expectations and evaluations are discussed. Second, possible behavioral effects of the interaction with C2X-technologies including driver attention are shown.

 

 

Kooperative Systeme im Straßenverkehr auf Basis einer Client-Server-Architektur

Eine kooperative Vernetzung im Straßenverkehr erlaubt eine Erweiterung des Planungshorizonts für Fahrer und
Systeme. Während die direkte Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation noch nicht flächendeckend zum Einsatz
kommt, gibt es schon einige Funktionen auf dem Markt, welche eine Client-Server-Architektur nutzen. Die
Kommunikation erfolgt dabei über Mobilfunk. In diesem Artikel soll aufgezeigt werden, dass nach diesem
Prinzip auch eine Reihe weiterer Funktionen umsetzbar ist, welche sowohl die Sicherheit als auch die Effizienz
und den Komfort im Straßenverkehr erhöhen können. Aus Sicht der Autoren kommt es dabei hauptsächlich auf
eine intelligente Informationsverarbeitung unter Einbezug aller aussagekräftigen Quellen an. Dies lässt sich
effektiv in einem zentralen Server umsetzen, welcher Informationen von möglichst vielen Clients bezieht. Die
Beispiele, anhand deren dies betrachtet wird, sind die Erkennung von Gefahrenstellen, die Analyse von Risiken
und die Zustandsschätzung von Lichtsignalanlagen. Als Weiterentwicklung wird ein Datenaustausch über den
Mobilitätdatenmarktplatz vorgeschlagen, als Modell für eine hersteller- und organisationsübergreifende
Kooperation.

Cooperative connected vehicles allow an augmentation of the horizon in traffic situations for the driver as well
as for vehicle systems. So far, direct car2car communication has not been launched on the market but there are
some applications available using a client-server architecture and mobile communications. This report wants
to encourage the implementation of additional services using this concept. The opinion of the authors is that
the main goal has to be an intelligent information fusion. Implementing this fusion in a back-end server has
some advantages. This report presents several applications that can benefit from such a system design. First,
the recognition of local hazard spots is discussed. The second topic is the analysis of risk using big-data techniques.
The third application is a traffic light assistant. As a recommendation for the future the authors propose
a cooperative data exchange between original equipment manufacturer as well as other organizations using
the German platform Mobilitätsdatenmarktplatz.