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Verkehrserhebungen – Theoretische Genauigkeit und praktische Umsetzung

Traffic Surveys – Theoretical Accuracy and Practical Realisation

Dr.-Ing. T. Kathmann, kathmann(at)dtv-verkehrsconsult.de, Dipl.-Ing. S. Roggendorf,
roggendorf(at)dtv-verkehrsconsult.de, Dipl.-Stat. M. Bäumer, bäumer(at)dtv-verkehrsconsult.de, Dipl.-Soz. M. Pfeiffer,
pfeifer(at)dtv-verkehrsconsult.de

In den bisherigen Veröffentlichungen zu Verkehrserhebungen im motorisierten Individualverkehr (MIV) gibt es – wenn überhaupt – nur sehr wenige Aussagen zur erreichbaren Datenqualität. Im folgenden Artikel werden mögliche Fehlerquellen aufgezeigt und konkrete Handlungsempfehlungen gegeben, die zu einer Verbesserung der Datenqualität von Erhebungen führen. Im Kern werden Hinweise gegeben, durch welche konkreten methodischen Ansätze und praktischen Maßnahmen man für die Erhebungsverfahren Zählungen, Verhaltensbeobachtungen und Befragungen im MIV die jeweils bestmögliche Datenqualität erreichen kann.

Present papers on transport surveys have in common that they provide very little information (if any) about the data quality that can be achieved. The following paper presents possible error sources and instructions that could help to improve the quality of the survey data. It provides information on what specific methodological approaches and practical measures can be used in order to achieve the best possible data quality with different data collection methods like counts, observational surveys and interviews on individual motor car traffic.

Die Einsatzfreigabe für Fahrzeug- Rückhaltesysteme in Deutschland – Kein Widerspruch zu Europa

Releasing Road Restraint Systems for Use in Germany – No Contradiction to the European Idea

Dipl.-Ing. Janine Kübler, Kuebler(at)bast.de 

Das Einsatzfreigabeverfahren für Fahrzeug-Rückhaltesysteme hat das Ziel, dass in Deutschland weiterhin sichere, geprüfte, zertifizierte und miteinander kompatible Fahrzeug-Rückhaltesysteme eingesetzt werden. Allein die EG-Konformitätsbescheinigung (Zertifizierung) reicht nicht aus, um nachzuweisen, dass ein Fahrzeug-Rückhaltesystem für den jeweiligen Einsatzbereich geeignet und sicher ist. Um zu beurteilen, ob ein Fahrzeug-Rückhaltesystem für den jeweiligen Einsatzbereich geeignet ist, sind weitere Randbedingungen zu beachten, die als Einsatzfreigabekriterien formuliert und veröffentlicht wurden. Die Verbindungen verschiedener Schutzeinrichtungen untereinander, die sog. Übergangskonstruktionen, werden dabei besonders berücksichtigt. Die Anforderungen an Übergangskonstruktionen sind in der Europäischen Norm DIN EN 1317, den „Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ (RPS 2009) sowie in denEinsatzfreigabe kriterien formuliert und müssen von den Systemen erfüllt werden. Die Fahrzeug-Rückhaltesysteme, welche die Einsatzfreigabekriterien für den jeweiligen Einsatzort (z. B. Fahrbahnrand, Mittelstreifen, Brücke) erfüllen, werden in die Einsatzfreigabeliste für Fahrzeug-Rückhaltesysteme, die von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) im Internet veröffentlicht wird, aufgenommen. Die in der Einsatzfreigabeliste enthaltenen Fahrzeug-Rückhaltesysteme können in Deutschland eingesetzt werden.

The aim of the German national approval for application for road restraint systems (“Einsatzfreigabeverfahren”) is to apply safe, tested and certified road restraint systems which are compatible with each other. The EC-certificateof conformity is not sufficient to show if a road restraint system is appropriate for the application. There have to be more criteria than the certificate of conformity to assess if a road restraint system is suitable for the situation. These criteria are published as the so called „Einsatzfreigabekriterien” (criteria for application). The connection of different safety barriers – named transitions – are also considered in the application criteria. The requirements for transitions which have to be fulfilled are given in the European Standard DIN EN 1317, the national directives “Directives for Passive Protection on Roads using Road Restraint Systems” (RPS 2009) and the criteria of the German “Einsatzfreigabeverfahren”. Road restraint systems that fulfill the requirementsof the “Einsatzfreigabeverfahren” for the situation of installation (e. g. outer edge of carriageway, central reserve, bridge) are published by the Federal Highway Research Institute (BASt) in a list on the BASt website. The roadrestraint systems which are published in the list are reviewed and can be installed on German roads.

Eine Analyse von Verkehrsdaten aus GPS- und GSM-Quellen mit der Drei-Phasen-Verkehrstheorie

Analysis of Traffic Data from GPS and GSM Sources based on Three-Phase Traffic Theory

Dipl.-Ing. R. Schäfer, ralf-peter.schaefer(at)tomtom.com; S. Lorkowski, stefan.lorkowski(at)tomtom.com; Dr. N. Witte, nikolaus.witte(at)tomtom.com, Dr. J. Palmer, jochen.palmer(at)Daimler.com; Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. H. Rehborn, hubert.rehborn(at)Daimler.com; Prof. Dr. rer. nat. habil B. S. Kerner, boris.kerner(at)Daimler.com

In dem Beitrag werden die dynamischen Verkehrsdatenquellen aus GPS-Fahrspuren und GSM-Mobiltelefonen (Daten aus dem Telekommunikationsnetz von Vodafone) untersucht, die in den Verkehrsdienst von TomTom („HD Traffic“) zur Erzeugung von Verkehrsinformationen einfließen. Es wird gezeigt, dass es diese Daten erlauben, die räumlich-zeitliche Struktur von Verkehrsmustern mit einer deutlich höheren Auflösung zu erkennen, als es bis dato möglich war. In realem Verkehr besteht der gestaute Verkehr aus zwei Verkehrsphasen nach Kerners Drei-Phasen-Verkehrstheorie: synchronisierter Verkehr und sich bewegender breiter Stau. Der Beitrag zeigt, dass die Verkehrsdaten von TomTom eine qualitativ hochwertige Basis für die Entwicklung vieler neuer ITS-Anwendungen darstellen können. Dazu gehören beispielsweise Stauendeinformation, Eingangsdaten für die Verkehrssteuerung, Hybrid-Antriebsstrategien in Fahrzeugen und die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. Werden die Verkehrsdaten von TomTom mit den Methoden der Drei-Phasen-Verkehrstheorie verarbeitet, ermöglicht dieses Vorgehen eine hochpräzise Bestimmung der räumlich-zeitlichen Struktur von
Verkehrsmustern. Zusätzlich können die Verkehrsdaten von TomTom als empirische Datenbasis für die Verkehrsforschung und das Verkehrsmanagement dienen. Einige Beispiele für Verkehrsdaten aus mehreren Ländern runden den Beitrag ab.

In the article, GPS and GSM (data from telecommunication network of Vodafone) probe vehicle data that are used in TomTom’s traffic service (HD Traffic) for vehicle navigation are analyzed. We find that the data allows us to reconstruct structure of traffic patterns with a much greater quality of spatiotemporal resolution than has been possible before. It occurs that congested traffic in measured traffic patterns consists of two traffic phases of Kerner’s three-phase theory, synchronized flow and wide moving jams. The paper reveals that Tom-Tom’s probe vehicle data opens qualitative new perspectives for the creation of many new ITS applications like traffic jam warning, input data for traffic control, hybrid vehicle strategies, fuel consumption reduction, etc. TomTom’s probe vehicle data processed with methods of three-phase theory provide a basis for the reconstruction of a fine spatiotemporal structure of traffic congestion with a high quality resolution of traffic phases. Additionally, TomTom’s probe vehicle data can be efficiently used as an empirical basis of traffic research and engineering. Some data examples from different countries conclude this article.

Wirkungen individueller und kollektiver Verkehrsinformation in Straßennetzen – Teil 2: Analysen und Ergebnisse

Effect of individual and collective Traffic Information in Road Networks – Part 2: Analysis and Results

Univ.-Prof. Dr.-Ing. F. Busch, fritz.busch(at)tum.de; Dipl.-Ing. I. Fiedler, iris.fiedler(at)tum.de, Univ.-Prof. Dr.-Ing. M. Friedrich, markus.friedrich(at)isv.unistuttgart.de; Dipl.-Ing. E. Mandir,  eileen.mandir(at)isv.unistuttgart.de; Dipl.-Ing. J. Pillat, juliane.pillat(at)isv.uni-stuttgart.de, PD Dr.-Ing. habil. C. Schiller, schiller(at)tvp-dresden.de; Dipl.-Ing. F. Zimmermann, frank.zimmermann(at)tudresden.de, Dipl.-Ing. S. Riess, stefan.riess(at)abdsb.bayern.de, Dr. rer. nat. H. Belzner, heidrun.belzner(at)bmw.de; Dr.-Ing. I. Koller-Matschke, irina.kollermatschke(at)bmw.de, Dr. rer. nat. M. Snethlage, martin.snethlage(at)ptv.de; Dr.-Ing. C. Winkler, christian.winkler(at)dlr.de 

Zur Steigerung vorhandener Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastrukturen und Nutzung bestehender Leistungsreserven wird Verkehrsinformationen eine hohe Bedeutung beigemessen. Jedoch existieren über die Wirksamkeit und die Potenziale einzelner Verkehrsbeeinflussungssysteme heute nur teilweise belastbare Erkenntnisse. Hier setzt das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Forschungsprojekt wiki an. Das Projekt wiki (Wirkungen von individueller und kollektiver ontrip Verkehrsbeeinflussungauf den Verkehr in Ballungsräumen) analysiert das Routen- und  Abfahrtszeitwahlverhalten von fast 300 Berufspendlern im Raum München über einen Zeitraum von 8 Wochen anhand von GPS-Daten, Befragungen,Stated Preference Experimenten und eines Fahrsimulatorexperiments. Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung liefern Aufschluss über einzelne Einflussgrößen in Routen- und Abfahrtszeitwahl, die Wirksamkeit undBefolgungsgrade  einzelner Informationsmedien sowie die Potenziale zur Reduktion des  Verkehrszeitaufwands im Ballungsraum München. Der 1. Teil der zweiteiligen Veröffentlichung enthält die Beschreibung der grundlegendenProblemstellung  und der im Rahmen des Projekts verwendeten Erhebungsmethodik. Der 2. Teil stellt die auf Basis der empirischen Untersuchungen ermittelten Modelle vor, quantifiziert die Potenziale von Verkehrsinformationssystemen im Ballungsraum München und diskutiert die Ergebnisse und deren Umsetzung in der Praxis.

Intelligent traffic management is considered of high importance to increase the performance of the existing transport infrastructure and to utilize unused network capacities. However, the true effects and potentialsof single traffic control systems are still unknown today. These are the core issues of the project wiki, which was subsidized and supported by the German Federal Ministry of Economics and Technology (Bundesministeriumfür Wirtschaft und Technologie, BMWi). The project wiki analyses route and departure time choice behaviour of almost 300 commuters in the Munich area over a period of 8 weeks on the basis of GPS data, questionnaires and Stated Preference data. The results shed light on the variables influencing route and departure time choice, the effectiveness of and compliance to different traffic information devices as well as their potential to reduce the transport time expenditure in the Munich region. The first part of the two-part publication contains the fundamental problem statement and the description of the survey methods applied in this project. The second part presents the models derived from the empirical data, quantifies potentials of traffic information systems in the Munich metropolitan area and discusses the results and their implicationsfor practice.