GeoNetBake

Automatisierte Baustellenüberwachung

Bildrechte: LSBG

Zur Sicherung von Arbeitsstellen im Straßenverkehr wird meist eine Kombination aus Fußplatte, Bakenblatt und Warnleuchte verwendet. Die Warnleuchte signalisiert dem Verkehrsteilnehmer, dass Vorsicht an der Arbeitsstelle geboten ist. Leuchtet die Warnleuchte nicht oder wird eine Bake verschoben, stellt das ein Sicherheitsrisiko auf der Arbeitsstelle und im laufenden Verkehr dar.
Das Forschungsprojekt GeoNetBake der Freien und Hansestadt Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt Baustellenflächen digital zu erfassen. Zu diesem Zweck wurden mit drei Herstellern spezifische Sensoren entwickelt und in die im Straßenverkehr zugelassene Warnleuchten (WL1) eingebaut. Somit können erstmalig automatisiert und in Echtzeit unter anderem Informationen zur abgesperrten Fläche und z. B. zum Batterieladestand online abgelesen werden.
Die Stadt Hamburg geht mit dieser Technologie als Wegbereiter voran und wird als Gastgeber des ITS-Weltkongress 2021 das Projekt vorstellen. Im Jahresverlauf 2021 werden im ersten Schritt alle Baumaßnahmen des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer mit Sensorik ausgestattet. Das ambitionierte Ziel ist darüber hinaus, alle Baumaßnahmen in Hamburg bis zum Jahresende digital zu erfassen. Mit der innovativen Technologie geht die Stadt neue Wege in der Digitalisierung, um zukünftig ein besseres Lagebild der Hamburger Baustellenlandschaft zu haben.

Auch auf operationaler Ebene ist die GeoNetBake ein Gewinn. Mit sinkendem Batterieladestand bleibt das Leuchten aus. Um dem vorzubeugen, muss die Bauabsicherung Arbeitszeit für die Kontrolle und den Betrieb der Leuchten aufwenden. Mit dem online ablesbaren Batterieladestand können Routen für den Batteriewechsel effizienter geplant werden. Auch verschobene Baken, die ein Sicherheitsrisiko sind und den Verkehr behindern, werden frühzeitig online sichtbar, sodass schneller reagiert werden kann. Ein positiver Nebeneffekt ist weiterhin die frühzeitige Erkennung und Nachverfolgung von „Leuchten Diebstahl“.
Mit den „digitalen Zwillingen“ der Baustellen wird die Stadt eigene Prozesse harmonisieren und einen wertvollen Beitrag zu stadtinternen Projekten leisten. Somit können die hochgenauen Echtzeit-Baustellenflächen z.B. bei der stadtinternen Stauprognose eingesetzt werden. Auch die Bereitstellung der Daten für das Routing von Navigationssystemen ist denkbar, um Hamburger Bürgerinnen und Bürger in Baustellensituationen möglichst schnell durch die Stadt zu leiten.

Als Ausblick könnten mit der neuen, kompakten Technologie zukünftig neben der Warnleuchte auch die Hinweisschilder oder die Leitkegel ausgestattet werden. Bei der Entwicklung wird immer darauf geachtet, dass das Produkt von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) für den Straßenverkehr zugelassen wird.

Es handelt sich um ein Projekt der Stadt Hamburg (Behörde für Verkehr und Mobilitätswende) und des Bundes (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur). Die Projektumsetzung erfolgt durch den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg.

Projektauftraggeber: Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Projektpartner: Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer/ Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung

Autorin: Marisa Murck (LSBG)
Fachbereich Digitales Labor

www.lsbg.hamburg.de

23.02.2021