Sensortechnik

Verkehrserhebungen per Videodatenerfassung

Tragbares Videodatenerfassungsgerät Miovision Scout

Das deutsche Verkehrsingenieurbüro, Modus Consult, nutzt seit einigen Jahren Miovision Scout, um Daten für eine Vielzahl an Verkehrsstudien zu erheben. Deshalb wurde die Firma in der Vergangenheit vom Verkehrsteam der Stadt Bad Breisig, eine Kurstadt mit ungefähr 10.000 Einwohnern, beauftragt, die Ursachen für das hohe Verkehrsaufkommen, ungefähr 20.000 Fahrzeuge pro Tag, entlang der Durchfahrtsstraße B 9 zu analysieren und Handlungsempfehlungen zur Minimierung des Problems vorzustellen. Die Gesamtstudie enthielt Daten über stehenden und fließenden Verkehr, Schwerverkehr, Fahrräder und Fußgänger, Verhalten bei Querungen entlang der B 9 sowie die Auswirkungen des Verkehrs an Knotenpunkten.

Studienaufbau
Das Verkehrsingenieurbüro wählte für das Projekt das tragbare Videodatenerfassungsgerät Scout von Miovision, weil es damit möglich ist, mehrere Studienarten gleichzeitig durchzuführen. Die verkürzte Projekt-Timeline war ein weiterer Faktor, das Datenerfassungsgerät zu wählen, da dieses sich einfach aufstellen lässt und entsprechende Standortflexibilität ermöglicht.

Hinzu kam die videobasierte Technologie mit der man auch viele der qualitativen Fragestellungen beantworten konnte. So z. B. das Verhalten von Radfahrern auf Radwegen und Fußgängerquerungen. Weiterhin konnten auch die verursachten Staulängen (Bild 2) an Verkehrsanlagen beurteilt werden.

Das gesamte Projekt musste innerhalb einer Woche abgeschlossen werden und beinhaltete 24 Standorte zur Zählung von Fahrzeugen und Fahrrädern, 13 Standorte an denen das Parkverhalten beurteilt wurde, zehn Standorte an den Fußgängerquerungen gezählt wurden sowie die Erfassung von Reisezeiten zwischen mindestens zwei Standorten.

Datenerfassung
Zusätzlich zu den Videoaufnahmen wurden mit Hilfe des Scout Connect anonymisierte MAC-Adressen erfasst, welche dem Team dabei halfen die Reisezeiten durch den Stadtkern während des Tages und der Spitzenstunden festzustellen. Des Weiteren konnten mit den erfassten MAC-Adressen Einblicke in die Nutzung der Ein- und Ausfahrten sowie in die genutzten Routen gewonnen werden. Die Routendaten konnten zur Beurteilung der Verkehrsflüsse genutzt werden. Insgesamt waren 28 Videodatenerfassungsgeräte im Einsatz, um Zählungen an Knotenpunkten und Fahrrad- und Fußgängerzählungen durchzuführen. Zur Analyse der Nutzung und Auslastung von Parkplätzen wurde Feldpersonal genutzt.

Analyse
Nach Erfassung der Daten wurden diese in einem Balkendiagram dargestellt. Dieses Diagramm zeigt das tägliche Verkehrsaufkommen in 30-Minuten-Intervallen (siehe Bild 2). Die einzelnen Balken stellen jeweils das Verhältnis zwischen Leicht- und Schwerverkehr pro 30-Minuten-Intervall über einen 24 Stunden Zeitraum dar.

Schlussfolgerung
Die gewonnenen Informationen aus den Studienstandorten, inklusive der Reisezeitdaten, halfen dem Team die Ursache des Staus entlang der Hauptarterie festzustellen. Es handelte sich hierbei um eine Lichtsignalanlage im Zentrum der Stadt. Des Weiteren zeigten die Daten, dass der Verkehr auf den Parallelstraßen nur für eine kurze Zeit zu nahm und in anderen Fällen sich gar nicht veränderte. Diese Erkenntnis widerlegte die von der Stadt zuvor erbrachte Hypothese, dass der Verkehr auf die Nebenstraßen ausweichen würde. Die Analyse der Fußgängerquerungen bestätigte die Verkehrssicherheitsbedenken zwischen Fahrzeugen und Fußgängern.

Die Verkehrsingenieure konnten mit Hilfe aus den mit dem Scout erhobenen Daten fundierte Rückschlüsse ziehen, welche zu den gewünschten Handlungshinweisen führten. Diese beinhalteten u. a. eine signalgesteuerte Ein- und Ausfahrt am Ortseingang in Kombination mit einer Reduzierung der Geschwindigkeit, um immer noch den frei fließenden Verkehrsstrom zu gewährleisten.

Weitere Informationen
Miovision Technologies GmbH
D-50672 Köln
www.miovision.com

26.08.2021