Software

Stadt Hamburg nutzt erfolgreich digitale Baustellenkoordinierung

Die Baustellen-Software roads ermöglicht eine zeitgemäße Planung und Koordinierung von Baumaßnahmen unter kooperativen Aspekten (Foto: LSBG)

Die Entwicklung einer modernen, nachhaltigen und leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur der Freien Hansestadt Hamburg bedingt zwangsläufig eine hohe Anzahl von Bauvorhaben unterschiedlichster Realisierungsträger. Im Zusammenspiel mit der Langfristigkeit des Planungshorizontes führt dies zu der Herausforderung, dass Maßnahmen mit jeweils unklaren Konsequenzen für den Verkehr und für andere Baumaßnahmen geplant werden und verdeckte zeitliche sowie räumliche Konflikte und Synergien nicht erkannt werden.

Als Reaktion auf genau diese Herausforderung wird seit 2017 die eigens für diesen Zweck entwickelte Software roads (Roadwork Administration and Decision System) in der Freien Hansestadt Hamburg eingesetzt. Dank dieser Software ist es erstmalig möglich, Baumaßnahmen sowohl in räumlicher als auch in zeitlicher Hinsicht zu visualisieren. In dem Baumaßnahmen nicht nur auf einer Karte verortet, sondern auch mit entsprechender Farbcodierung als Referenz der zeitlichen Einordnung versehen werden, wird eine ganzheitlich betrachtete und nachhaltige Baumaßnahmenplanung und -koordinierung ermöglicht.

Ergänzt wird dieser Ansatz der Koordinierung um das einzigartige Arbeitsplatzkonzept, bei dem Multi-Touch-Tische das zentrale Element bilden. Dies sind groß dimensionierte Touchdisplays auf denen die Software in einer touch-optimierten Version ausgeführt wird. Diese Gruppenarbeitsplätze ermöglichen die gemeinsame Prüfung alternativer Planungsszenarien sowie die Auflösung von planerischen Konflikten.

Mittlerweile hat sich roads als Standardsoftware in Hamburg für eine zeitgemäße Planung und Koordinierung von Baumaßnahmen unter kooperativen Aspekten etabliert und weiterentwickelt. Ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Etablierung ist die Vielzahl an Organisationen, die die Software von Beginn an nutzen oder mit der Zeit als Nutzer dazugewonnen werden konnten. Mit jeder weiteren Organisation steigen der Informationsgehalt und damit die mögliche Planungsgenauigkeit. Erst durch den Austausch und die Zusammenarbeit der involvierten Akteure können Kooperationen erzielt, Auswirkungen von Planungen präziser abgeschätzt und weiterentwickelt werden.

Damit roads auch den Bedürfnissen der Berücksichtigung von Baumaßnahmen von einem groben Bedarf bis zur konkreten Durchführung aus den Perspektiven unterschiedlichster Beteiligter gerecht wird, steht auch der Punkt der Weiterentwicklung genauso wie die Software selbst im Fokus der Kooperation. In engem Austausch mit den beteiligten Organisationen werden bestehende Funktionen verbessert oder gänzlich neue Funktionen entwickelt. Darunter fallen unter anderem Entwicklungen wie die Verknüpfung voneinander abhängiger kooperativer Maßnahmen, die Anbindung der Anwendung an Geoinformationssysteme und Plattformen wie dem Mobilitätsdatenmarktplatz und der Urban Data Plattform oder die Möglichkeit zum Teilen und Abstimmen von Planungsszenarien zwischen unterschiedlichen beteiligten Organisationen.

Um den derzeitigen Mehrwert der Software im Sinne der gesamtstädtischen Baumaßnahmenkoordinierung weiter zu steigern, gilt es für die Zukunft auf den gemeinsamen Entwicklungen aufzusetzen und weitere Organisationen dazuzugewinnen. Nur so kann das Zusammenspiel von Software und der Vielzahl an Realisierungsträgern dazu beitragen, dass die Unterstützung der Bedarfstragenden von Informationen, Entscheidern und (potenziell) Involvierten stetig verbessert und gleichzeitig die Belange von Bürgerinnen und Bürger im Fokus behalten werden.

Verfasser
Milan Topp
Dr. Boyke Rochau
Freie und Hansestadt Hamburg
Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer
D-20097 Hamburg
www.lsbg.hamburg.de

22.04.2021