Verkehrssteuerung

Automatische Wechselverkehrsführung ist effizient und sicher

Automatische Wechselverkehrsführung auf der A 66 bei Wiesbaden mit mobilem Kragarm zur Anbringung der Überkopfbeschilderung in LED-Technik (Foto: André Brockschmidt/Bauforum24)

Im Oktober 2018 hat die Luther HL GmbH & Co. KG für den Neubau der Salzbachtalbrücke auf der Bundesautobahn A 66 bei Wiesbaden die Baustellenverkehrsführung eingerichtet. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und nur drei zur Verfügung stehenden Fahrspuren ist eine Wechselverkehrsführung notwendig, um den Verkehrsfluss bestmöglich zu gewährleisten. Dabei wird die mittlere Fahrspur als Wechselverkehrsstreifen genutzt, der lastabhängig in Fahrtrichtung Frankfurt am Main bzw. in Fahrtrichtung Rheingau freigegeben wird. Zu Beginn der Baumaßnahme erfolgte die Umstellung zweimal täglich manuell nach vorgegebenen Zeiten mit Personaleinsatz vor Ort.

Im Projektverlauf erarbeitete das Verkehrstechnikunternehmen gemeinsam mit dem Kompetenz-Center Verkehrstelematik seiner Muttergesellschaft, der Zeppelin Rental GmbH, und Hessen Mobil (mittlerweile Die Autobahn GmbH des Bundes) ein Konzept zur Automatisierung der Wechselverkehrsführung. Ziel dieser Automatisierung war es, den Verkehrsraum so effizient und sicher wie möglich zu nutzen. Zu Beginn der Entwicklungsphase wurden alle denkbaren Szenarien und Abläufe abgebildet und von den hausinternen Software-Entwicklern programmiert. In der Programmierung wurden alle Telematik-Komponenten berücksichtigt.

Seit Oktober 2020 erfolgt die Steuerung der Wechselverkehrsführung auf der Salzbachtalbrücke per Knopfdruck. Durch die Automatisierung findet die Umstellung ohne Personaleinsatz vor Ort statt, was die Sicherheit der Mitarbeiter deutlich erhöht. Auch das Ziel der Wirtschaftlichkeit wird erfüllt: Eine Umstellung dauert zwischen fünf und acht Minuten und wird in wenigen Sekunden durch die Verkehrsleitzentrale per Knopfdruck auf der vom Unternehmen eigens entwickelten Bedienoberfläche ausgelöst.

Die eingesetzten Komponenten wie LED-Wechselverkehrszeichen, Zuflussregelungsanlagen und Horizontalschranken werden nach den vorprogrammierten Szenarien geschaltet, was eine Fehlschaltung einzelner Komponenten ausschließt. Die Verkehrsleitzentrale kontrolliert durch installierte Kamerasysteme vor Ort die Verkehrslage und entscheidet, in welche Fahrtrichtung die ca. 800 m lange Wechselspur freigegeben wird. So kann auf unvorhergesehene Ereignisse wie Verkehrsunfälle reagiert und die Wechselspur bedarfsgerecht freigegeben werden. Der Verkehr wird somit effizient und intelligent gesteuert. Dies entlastet sowohl den gesamten Verkehrsfluss als auch die Autofahrer, da sich aufkommende Staus frühzeitig auflösen.

Das Projekt auf der A 66 bei Wiesbaden ist das erste, bei dem eine automatische Wechselverkehrsführung auf einer Bundesautobahn ausgeführt wird.

Weitere Informationen

Luther HL GmbH & Co. KG
D-55768 Hoppstädten-Weiersbach
www.horstluther.de

1.04.2021