Jahresabonnement hier bestellen

Der Technologische Beitrag der Autoindustrie und von Antriebsoptionen zur Energie- und Klimawende

The technological contribution of the automotive industry and alternative propulsions to the energy and climate transition

Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. S. Hausberger; Dipl.-Ing. Dr. M. Schwingshackl; Dipl.-Ing. Martin J. Röck, B. Sc., A-Graz

Energieverbrauch und CO2-Emissionen sind bei Pkw seit dem Jahr 2015 limitiert, die Limits werden bis 2030 weiter verschärft werden. Seit 2018 sind auch -Limits für schwere Nutzfahrzeuge für die Zieljahre 2025 und 2030 in Kraft. Mit diesen Limits alleine werden die Ziele des EU Green Deals im Verkehrssektor allerdings deutlich nicht erreicht werden. Für weitergehende Reduktionen muss der Verkehr bis 2050 auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Mit höchstem Wirkungsgrad und geringen Mehrkosten bieten sich dazu batterieelektrische Antriebe an. Wegen geringer Reichweite und langer Ladezeiten sind diese nicht für alle Kfz bzw. Anwendungsarten geeignet. Die weitere Dekarbonisierung im Verkehr könnte mit erneuerbarem Wasserstoff oder e-fuels (Methanol oder Dimethylether aus erneuerbarem Wasserstoff) auf den EU-Green-Deal-Pfad gebracht werden.

Energy consumption and CO2 emissions have been limited for passenger cars since 2015, and the limits will be further tightened by 2030. Since 2018, CO2 limits for heavy commercial vehicles have also been in force for the target years 2025 and 2030. However, these limits alone will clearly not achieve the goals of the EU Green Deal in the transport sector. For further reductions, transport must be converted to renewable energies by 2050. Battery electric drives offer the highest efficiency and low additional costs. Because of their short range and long charging times, they are not suitable for all vehicles or types of application. Further decarbonization in transport could be brought onto the EU Green-Deal path with renewable hydrogen or e-fuels (methanol or dimethyl ether from renewable hydrogen).

Instrumente und Maßnahmen für eine Verkehrswende – Was bringt wieviel für die Klimaziele?

Instruments and measures for a transition to a sustainable mobility – What is good for the climate targets and how much?

Prof. Dr.-Ing. M. Friedrich, Stuttgart

Um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen, bedarf es geeigneter Instrumente und Maßnahmen. Instrumente umfassen die Werkzeuge, die den Handelnden grundsätzlich zur Verfügung stehen, um die Klimaziele zu erreichen. Als Maßnahme wird die konkrete Ausgestaltung einer Handlung bezeichnet, bei der dann ein oder mehrere Instrumente genutzt werden. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über Instrumente und Maßnahmen und beurteilt ihren Wirkungsbeitrag zur Erreichung der Klimaziele. Um Aussagen darüber treffen zu können, welchen Beitrag die Fahrzeugtechnik und welchen Beitrag Verkehrsverhaltensänderungen liefern können, werden für Szenarien die CO2-Emissionen abgeschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Klimaziele für das Jahr 2030 im Verkehrssektor nicht allein mit technischen Maßnahmen zu erreichen sind. Eine Verkehrswende muss die Pkw-Fahrleistung reduzieren. Das erfordert neue Instrumente, die Zulassungssteuern und Straßenbenutzungsgebühren ermöglichen.

Appropriate instruments and measures are needed to achieve the climate targets in the transport sector. Instruments comprise tools that are available to the actors to achieve the climate targets. A measure is defined as the concrete implementation of an action, in which one or more instruments are used. The paper provides an overview of instruments and measures and assesses their contribution to achieving the climate targets. To make statements about the contribution that vehicle technology and changes in traffic behaviour can make, the CO2 emissions are estimated for scenarios. The results show that the climate targets for the year 2030 in the transport sector cannot be achieved by technical measures alone. A traffic turnaround must reduce car distance travelled. This requires new instruments that enable registration taxes and road tolls.

Ökologische Reform der Steuern, Gebühren und staatlichen Ausgaben für den Verkehrs- und Mobilitätssektor – Eine Diskussionsgrundlage

Ecological reform of tax revenues and government spending on transport and mobility – A prerequisite for achieving climate targets?

em. Univ.-Prof. DI. Dr. G. Sammer, A-Wien

Untersuchungen über die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen zeigen auf, dass weder technologische Maßnahmen am Antrieb, noch verkehrsplanerische Maßnahmen ausreichen, die Klimaziele im Verkehrssektor sicherzustellen. Eine ökologische Reform der Steuern, Gebühren und staatlichen Ausgaben für den Verkehrs- und Mobilitätssektor ist dafür notwendig. Dies wird durch die Analyse der externen Kosten der Verkehrsmittel unterstützt: Alle Verkehrsmittel zeigen hohe externe Kosten auf, für die Nutzer nicht aufkommen, insbesondere aber jene, die mit fossiler Energie unterwegs sind. Es bietet sich eine Reihe von sehr wirksamen Maßnahmen an, die zu einer Internalisierung der externen Kosten führen. Wichtig ist eine Ökologisierung in der Form, dass jene, die sich klimaneutral verhalten, signifikant weniger zur Kasse gebeten werden. Das ist mit dem Mobilitätsbonus möglich.

Studies on the effectiveness of climate protection measures show that neither technological measures on the drive system nor traffic planning measures are sufficient to ensure the climate targets in the transport sector. An ecological reform of taxes, charges and government spending in the transport and mobility sector is therefore necessary. This will be supported by the analysis of the external costs of transport: All means of transport have high external costs that users do not pay, especially those that use fossil fuels. There are a number of very effective measures that can be taken, which lead to an internalization of external costs. It is important that the greening of the transport system is achieved in such a way that those who behave in a climate-neutral way are asked to pay significantly less. This can be done with the mobility bonus.

 

Automatisiertes und vernetztes Fahren – Ein Beitrag zum Klimaschutz im Verkehr?

Automated and interlinked driving – A contribution to climate protection in transport?

Dr. M. Krail, Karlsruhe

Wird die Entwicklung des automatisierten und vernetzten Fahrens auf der Straße zu steigenden Treibhausgasemissionen führen oder kann sie dazu beitragen, das gesamte Verkehrssystem bis zum Jahr 2050 klimaschonender zu gestalten? Um diese Frage zu beantworten, bedarf es einer Potenzialabschätzung, die sowohl die technische Entwicklung, die Akzeptanz als auch die verkehrlichen Wirkungen der Technikfolgen berücksichtigt.

Will the development of automated and networked driving on the road lead to increasing greenhouse gas emissions or can it contribute to making the entire transport system more climate-friendly by 2050? To answer this question, an assessment of the potential is needed that takes into account the technical development, the acceptance and the transport effects of the technological consequences.

Herausforderungen für eine erfolgreiche Implementierung einer Umsetzungsstrategie eines Energie- und Klimaschutzprogramms Mobilität

Challenges for a successful implementation strategy of an energy and climate protection mobility programme

Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. G. Hauger, A-Wien

Politische Ziele sind eine Sache, die Umsetzung derselben eine andere. Am Beispiel von fünf Dilemmata wird gezeigt, welche Aspekte zu berücksichtigen sind, will man den Weg zu einer erfolgreichen Strategie im Bereich Energie- und Klimaschutz im Verkehrswesen beschreiten. Dieser Weg besteht durchaus auf der Setzung von ambitionierten Zielen und Rahmenbedingungen seitens der Politik, baut aber letztendlich auf die innovative Kraft des Marktes bzw. auf marktwirtschaftliche Instrumente. Voraussetzung dafür sind jedoch verursachergerechte und transparente Preise und Spielregeln. Sonst macht man die Rechnung ohne den Wirt.

Political goals are one thing. Implementing them is another thing. Five dilemmas are used as examples to show which aspects need to be taken into account if we want to pursue a successful strategy in the field of energy and climate protection in transport. This path certainly insists on setting ambitious targets and framework conditions by the politics, but in the end, it relies on the innovative power of the market or on market-based instruments. A prerequisite for this, however, are transparent prices and rules of the game that take account of the polluter-pays principle. Otherwise, we will be doing the math without the host.